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Erfahrungen zum Polizei-Auswahlverfahren

Hier findest du Erfahrungsberichte zum mehrstufigen Auswahlverfahren der Polizei, verfasst von erfolgreichen Polizei-Azubis der letzten Jahre.

Die Einstellungsprozeduren der Landespolizeien und der Bundespolizei laufen weitgehend ähnlich ab. Das Auswahlverfahren zur Polizeiausbildung dauert in der Regel 2–3 Tage und beinhaltet mehrere Stationen: den schriftlichen Einstellungstest, den Sporttest, das Vorstellungsgespräch und die polizeiärztliche Untersuchung.

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Der Einstellungstest

Das mehrstufige Auswahlverfahren bei der Polizei beginnt mit einem Einstellungstest, der schriftlich und/oder am Computer durchgeführt wird. Der Test prüft verschiedene Eigenschaften und Kompetenzen, darunter Wissen, Sprachverständnis, Konzentrations- und Erinnerungsfähigkeit, logisches und visuelles Denkvermögen sowie Mathematik.

Im Abschnitt „Sprachverständnis“ wird standardmäßig die Rechtschreibung getestet, oft anhand von Lückentexten. In manchen Bundesländern steht außerdem ein Diktat auf dem Programm, andere Polizeien prüfen die Sprachfähigkeiten im Einstellungstest allein durch Multiple-Choice-Aufgaben. In Mathematik geht es vor allem um die sichere Handhabung der Grundrechenarten, allerdings können auch Zins- und Prozentrechnungen vorkommen.

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„Konzentrationsvermögen“ bedeutet im Einstellungstest der Polizei meist, ungewöhnliche Aufgabentypen unter hohem Zeitdruck zu lösen. Vorgegeben sind z. B. zwei Reihen mit Zahlen und Rechenzeichen: Ist das Ergebnis der oberen Reihe größer als das der unteren Reihe, zieht man die untere Zahl von der oberen ab, andernfalls werden beide Zahlen addiert. Ein weiterer Aufgabenbereich im polizeilichen Eignungstest besteht in der logischen Fortsetzung von Zahlen- und Symbolreihen. Hier ist abstraktes Denken gefordert.

Bewahre einen kühlen Kopf, um die Aufgaben schnell, aber sauber bearbeiten zu können. Es ist kaum möglich, alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu lösen; ein bestimmter Prozentsatz richtiger Antworten genügt. Abgesehen vom „normalen“ schriftlichen Eignungstest konfrontieren einen manche Polizei-Einstellungstests auch mit Persönlichkeitstests, bei denen man zu bestimmten Statements Stellung beziehen soll. Ein Beispiel:

„Einzelarbeit liegt mir eher als Teamarbeit.“

Wie sehr man dieser Aussage zustimmt, soll man auf einer Skala von „trifft völlig zu“ bis „trifft überhaupt nicht zu“ angeben. Klar, dass überzeugte Teamplayer da bessere Karten haben als eingefleischte Einzelgänger.

Der Sporttest bei der Polizei

Der Polizei-Sporttest prüft die fünf motorischen Grundfähigkeiten, das heißt:

  • Kraft
  • Ausdauer
  • Schnelligkeit
  • Beweglichkeit (Flexibilität)
  • Koordination (Gewandtheit, Geschicklichkeit)

Die verschiedenen Übungen des Sporttests decken all diese Fähigkeiten ab. Je nach Bundesland können die Prüfungsdisziplinen und Anforderungen stark variieren. Der Sporttest bei der Polizei Hessen beispielsweise beinhaltet einen Achterlauf, ein Bankdrücken, einen Fünfersprung und einen 500-Meter-Wendelauf. In Hamburg erwarten die Bewerber sogar 11 verschiedene Übungen. In anderen Bundesländern sind mehrere Aufgaben zu anspruchsvollen Hindernisparcours verbunden. Gelegentlich verlangen die Polizeien auch Schwimmkenntnisse.

Eines haben alle Polizeien gemeinsam: Wer die Mindestanforderungen in einer Übung oder im gesamten Sporttest nicht erfüllt, scheidet aus. Überlasse in der Sportprüfung bei der Polizei also nichts dem Zufall. Eine Grundfitness ist für jeden Bewerber ein absolutes Muss. Nur durch eine gute Vorbereitung mit regelmäßigem Ausdauer- und Krafttraining hat man im Sporttest Chancen. Schließlich spielt die körperliche Fitness im späteren Polizeialltag eine große Rolle.

Im Anschluss an den Sporttest folgt meist das Assessment-Center mit einem Vorstellungsgespräch / Interview und gegebenenfalls einer Gruppenarbeit.

Das Assessment Center

Polizisten müssen auch in heiklen Situationen rational handeln, Ruhe bewahren und als Teil eines Teams verantwortungsbewusst vorgehen; soziale Kompetenzen sind bei der Polizei enorm wichtig. Darüber hinaus wachsen die Anforderungen an die Polizeibeamten mit der Komplexität ihrer Aufgaben. Vor allem Bewerber für den gehobenen Dienst müssen sich deshalb oft einem Assessment Center stellen. Getestet werden hier die sogenannten „soft skills“, häufig im Rahmen von Gruppenaufgaben oder Rollenspielen.

Gruppenaufgaben kreisen im Allgemeinen um aktuelle gesellschaftliche oder politische Fragen. Jeder Bewerber erhält die Fragestellung und hat die Möglichkeit, sich kurz vorzubereiten. Nach Ablauf der Einarbeitungszeit bringen die Prüfer eine Diskussion in Gang, die die Bewerber dann selbstständig fortführen sollen. Hier zählen Aktivität und Eigeninitiative. Am Ende der Diskussion steht eine Zusammenfassung der Gesprächsergebnisse, häufig auch eine abschließende Präsentation.

In Rollenspielen interessiert die Prüfer die Interaktion des jeweiligen Bewerbers mit seinem Gegenüber. In der Regel simulieren zwei Kandidaten und eventuell ein Prüfer eine problematische Situation aus dem Dienstalltag (Konflikt mit einem Kollegen, aggressiver Bürger). Ziel des Rollenspiels ist es, den vorhandenen Konflikt zu lösen.

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Das Vorstellungsgepräch

Den Abschluss des Assessment Centers bildet üblicherweise das Vorstellungsgespräch bzw. das Interview. Unter vier, sechs oder mehr Augen sprechen der Bewerber und der bzw. die Prüfer über Lebenslauf und Eignung des Bewerbers sowie den bisherigen Verlauf des Auswahlverfahrens. Das Vorstellungsgespräch kreist um die alles entscheidende Frage: Passen Bewerber und Behörde zusammen? Zur Sprache kommen Berufsmotivation und berufliche Kenntnisse ebenso wie individuelle Stärken und Schwächen.

Nutze die Gelegenheit für eine überzeugende Selbstdarstellung: Erkläre, was dich am Polizeiberuf interessiert, kehre deine Fähigkeiten und Kenntnisse nicht unter den Teppich. Und wenn du selbst noch offene Fragen zur Ausbildung bei der Polizei oder zum Dienstalltag hast, kannst du diese jetzt klären.

So gehst du gut vorbereitet ins Vorstellungsgespräch bei der Polizei:

  • Du hast dich über die Ausbildung bei der Polizei gut informiert und kannst deine Informationsquellen angeben.
  • Du besitzt mindestens ein Basiswissen über die Polizei und die demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland.
  • Du kannst die Qualifikationen benennen, die gerade dich für die Ausbildung qualifizieren.
  • Du zeigst deine persönliche Motivation, den Ausbildungsplatz bei der Polizei zu erhalten.

Die polizeiärztliche Untersuchung

In der polizeiärztlichen Untersuchung stellt der Polizeiarzt fest, ob ein Kandidat langfristig für den körperlich wie geistig anstrengenden Polizeiberuf geeignet ist. Dabei checkt der Arzt nicht nur die körperlichen Grundfunktionen wie Seh- und Hörvermögen, Herz-Kreislauf-System, Körperbau, Atmung, Reflexe, etc. eingehend „auf Herz und Nieren“: Auch Körpergröße und -gewicht werden gemessen – bei vielen Polizeien gelten nämlich bestimmte Größen- und Gewichtsgrenzen. Außerdem führt der polizeiärztliche Dienst labortechnische Untersuchungen durch, z. B. Blut- und Urintests inklusive Drogenscreening. Wenn nötig, kann auch geröntgt werden.

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