Polizei Laufbahnen: Mittlerer, gehobener & höherer Dienst
Welche Laufbahnen gibt es bei der Polizei – und welche passt zu dir? Erfahre, was mittlerer, gehobener und höherer Dienst unterscheidet und welche Wege dir offenstehen.
Mittlerer, gehobener oder höherer Dienst – wer sich bei der Polizei bewirbt, begegnet diesen Begriffen sehr schnell. Sie beschreiben unterschiedliche Laufbahnen im Polizeivollzugsdienst und unterscheiden sich unter anderem bei den Zugangsvoraussetzungen, der Ausbildung beziehungsweise dem Studium, den späteren Aufgaben und den Aufstiegsmöglichkeiten.
Allerdings verwenden nicht alle Bundesländer heute noch genau diese klassischen Bezeichnungen. Teilweise wurden Laufbahngruppen, Qualifikationsebenen oder andere Bezeichnungen eingeführt. Bei der Bundespolizei werden die Begriffe mittlerer, gehobener und höherer Polizeivollzugsdienst weiterhin verwendet. Das Grundprinzip der verschiedenen Qualifikationsebenen findet sich aber auch bei den Landespolizeien wieder.
Inhalte:
- Welche drei Laufbahnen gibt es bei der Polizei?
- Was ist der mittlere Polizeivollzugsdienst?
- Welchen Schulabschluss braucht man für den mittleren Dienst?
- Gibt es den mittleren Dienst bei jeder Landespolizei?
- Was ist der gehobene Polizeivollzugsdienst?
- Welche Aufgaben hat man im gehobenen Dienst?
- Ist der gehobene Dienst nur für Führungskräfte gedacht?
- Was ist der höhere Polizeivollzugsdienst?
- Wie kommt man in den höheren Polizeidienst?
- Was macht ein Polizeirat?
- Welche Amtsbezeichnungen gibt es in den Laufbahnen?
- Was bedeuten die Sterne auf den Schulterklappen?
- Kann man vom mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen?
- Kann man vom gehobenen in den höheren Dienst wechseln?
- Welche Laufbahn brauche ich für Kriminalpolizei oder SEK?
- Welche Laufbahn ist für Streifendienst vorgesehen?
- Warum heißen die Laufbahnen nicht überall gleich?
Welche drei Laufbahnen gibt es bei der Polizei?
Klassisch unterscheidet man:
- mittlerer Polizeivollzugsdienst
- gehobener Polizeivollzugsdienst
- höherer Polizeivollzugsdienst
Die Laufbahn bestimmt nicht automatisch, in welchem Fachbereich du später arbeitest. Auch ein Beamter des gehobenen Dienstes kann beispielsweise im Streifendienst, bei der Kriminalpolizei oder in einem Spezialbereich tätig sein.
Der Unterschied liegt vor allem in Ausbildungsniveau, Verantwortung, möglichen Führungsfunktionen und langfristigen Karrierewegen.
Vereinfacht kannst du dir die drei Laufbahnen so merken:
Mittlerer Dienst: Ausbildung und praktische Polizeiarbeit
Gehobener Dienst: Studium, Polizeiarbeit und zunehmende Führungsverantwortung
Höherer Dienst: Master beziehungsweise vergleichbare Qualifikation und höhere Führungs- und Leitungsfunktionen
Die Laufbahn bestimmt nicht automatisch, in welchem Fachbereich du später arbeitest. Auch ein Beamter des gehobenen Dienstes kann beispielsweise im Streifendienst, bei der Kriminalpolizei oder in einem Spezialbereich tätig sein.
Der Unterschied liegt vor allem in Ausbildungsniveau, Verantwortung, möglichen Führungsfunktionen und langfristigen Karrierewegen.
Vereinfacht kannst du dir die drei Laufbahnen so merken:
Mittlerer Dienst: Ausbildung und praktische Polizeiarbeit
Gehobener Dienst: Studium, Polizeiarbeit und zunehmende Führungsverantwortung
Höherer Dienst: Master beziehungsweise vergleichbare Qualifikation und höhere Führungs- und Leitungsfunktionen
Was ist der mittlere Polizeivollzugsdienst?
Der mittlere Dienst ist bei den Polizeien, die diese Laufbahn noch anbieten, der klassische Einstieg über eine Berufsausbildung.
Bei der Bundespolizei dauert die Ausbildung derzeit zweieinhalb Jahre. Theorie, praktisches Training und mehrere Praktika wechseln sich dabei ab.
Typische spätere Tätigkeiten können beispielsweise sein:
- Kontroll- und Streifendienst,
- Einsatzdienst,
- Grenzpolizei,
- Bahnpolizei,
- Bereitschaftspolizei,
- Verkehrskontrollen,
- Fahndungsmaßnahmen.
Der mittlere Dienst ist also keineswegs ein reiner „Hilfsdienst“. Du bist voll ausgebildeter Polizeivollzugsbeamter und führst eigenständig polizeiliche Maßnahmen durch.
Welchen Schulabschluss braucht man für den mittleren Dienst?
Die Voraussetzungen unterscheiden sich zwischen den Polizeibehörden.
Typischerweise ist mindestens ein mittlerer Bildungsabschluss erforderlich. Teilweise kann auch ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung ausreichen.
Hinzu kommen weitere Voraussetzungen wie:
- gesundheitliche Eignung,
- körperliche Leistungsfähigkeit,
- charakterliche Eignung,
- erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren,
- gegebenenfalls Führerschein und weitere formale Anforderungen.
Nicht jede Landespolizei bietet überhaupt noch einen direkten Einstieg in den mittleren Dienst an.
Gibt es den mittleren Dienst bei jeder Landespolizei?
Nein.
Mehrere Bundesländer haben ihre Laufbahnstruktur verändert und stellen Polizeibewerber teilweise nur noch über ein Studium ein.
Andere Länder bieten weiterhin eine Ausbildung an, verwenden dafür aber möglicherweise andere Bezeichnungen.
Deshalb solltest du immer prüfen, welche Laufbahnen deine Wunschpolizei aktuell anbietet.
Bei der Bundespolizei kannst du weiterhin direkt in den mittleren Polizeivollzugsdienst einsteigen.
Was ist der gehobene Polizeivollzugsdienst?
Der gehobene Dienst ist heute bei vielen Polizeien der typische Einstieg für Bewerber mit Abitur oder Fachhochschulreife.
Statt einer klassischen Ausbildung absolvierst du normalerweise ein duales Studium.
Dieses dauert meist drei Jahre. Dabei wechseln sich Hochschulphasen, Einsatztraining und praktische Verwendungen ab.
Zu den Studieninhalten gehören beispielsweise:
- Strafrecht,
- Strafprozessrecht,
- Polizeirecht,
- Kriminalistik,
- Kriminologie,
- Einsatzlehre,
- Psychologie,
- Führungslehre,
- Sport und Einsatztraining.
Nach erfolgreichem Abschluss kannst du beispielsweise als Polizeikommissarin oder Polizeikommissar in den Polizeidienst starten.
Welche Aufgaben hat man im gehobenen Dienst?
Die möglichen Aufgaben sind sehr vielfältig.
Direkt nach dem Studium kannst du beispielsweise arbeiten im:
- Streifendienst,
- Ermittlungsdienst,
- kriminalpolizeilichen Bereich,
- Einsatzdienst,
- Verkehrsbereich,
- Bereitschaftspolizeibereich,
- Fahndungsdienst.
Mit zunehmender Berufserfahrung können Führungsaufgaben hinzukommen.
Du kannst beispielsweise später eine Dienstgruppe, einen Einsatzabschnitt oder andere Organisationseinheiten führen.
Auch zahlreiche Spezialverwendungen stehen grundsätzlich offen, sofern du die jeweiligen zusätzlichen Voraussetzungen erfüllst.
Ist der gehobene Dienst nur für Führungskräfte gedacht?
Nein.
Das wird häufig missverstanden.
Auch Beamte des gehobenen Dienstes verbringen einen großen Teil ihrer Karriere in der praktischen Polizeiarbeit. Gerade in den ersten Berufsjahren können Streifendienst, Ermittlungen oder Sachbearbeitung im Mittelpunkt stehen.
Mit zunehmender Erfahrung bietet die Laufbahn aber mehr Möglichkeiten für Führungs- und Spezialfunktionen.
Du kannst also gleichzeitig praktischer Polizeibeamter sein und später Personal- oder Führungsverantwortung übernehmen.
Was ist der höhere Polizeivollzugsdienst?
Der höhere Dienst ist die höchste klassische Laufbahngruppe im Polizeivollzugsdienst.
Hier stehen vor allem anspruchsvolle Führungs-, Leitungs- und Stabsaufgaben im Mittelpunkt.
Beamte des höheren Dienstes können beispielsweise größere Polizeieinheiten oder Dienststellen führen, Einsatzlagen leiten oder strategische und organisatorische Aufgaben übernehmen.
Mögliche Funktionen sind unter anderem:
- Leitung größerer Dienststellen,
- Führungsfunktionen in Polizeipräsidien,
- Einsatzleitung,
- Stabsarbeit,
- strategische Planung,
- Personal- und Organisationsverantwortung,
- leitende Funktionen in Ministerien oder Polizeibehörden.
Der Berufsalltag unterscheidet sich dadurch deutlich vom klassischen Streifendienst.
Wie kommt man in den höheren Polizeidienst?
Dafür gibt es grundsätzlich unterschiedliche Wege.
Ein Weg führt über eine bereits bestehende Polizeikarriere. Besonders geeignete Beamte des gehobenen Dienstes können sich für den Aufstieg qualifizieren.
Daneben gibt es bei einzelnen Polizeibehörden Möglichkeiten eines Direkteinstiegs für Bewerber mit einem geeigneten Hochschulabschluss.
Für die Qualifikation zum höheren Polizeivollzugsdienst spielt insbesondere ein weiterführendes Studium eine zentrale Rolle. Ein wichtiger Studiengang ist „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“.
Dieses Studium ist stark auf Führung, Management und anspruchsvolle polizeiliche Leitungsaufgaben ausgerichtet.
Was macht ein Polizeirat?
Eine typische Einstiegsamtsbezeichnung des höheren Polizeivollzugsdienstes ist Polizeirat beziehungsweise Polizeirätin.
Polizeiräte arbeiten normalerweise nicht ausschließlich im klassischen Streifendienst. Sie übernehmen zunehmend Führungs- und Managementaufgaben.
Dazu kann beispielsweise gehören:
- eine Organisationseinheit führen,
- Personal einsetzen,
- größere Einsätze planen,
- Lageentscheidungen treffen,
- Einsatzkonzepte entwickeln,
- mit anderen Behörden zusammenarbeiten,
- strategische Aufgaben übernehmen.
Mit weiterer Berufserfahrung sind Beförderungen in höhere Führungsämter möglich.
Welche Amtsbezeichnungen gibt es in den Laufbahnen?
Die genauen Amtsbezeichnungen können sich je nach Polizei und Laufbahnrecht unterscheiden.
Klassische Beispiele sind:
Mittlerer Dienst
- Polizeimeister/in
- Polizeiobermeister/in
- Polizeihauptmeister/in
Gehobener Dienst
- Polizeikommissar/in
- Polizeioberkommissar/in
- Polizeihauptkommissar/in
Höherer Dienst
- Polizeirat/-rätin
- Polizeioberrat/-rätin
- Polizeidirektor/in
- Leitende/r Polizeidirektor/in
Je nach Behörde können weitere Amtsbezeichnungen und Besoldungsstufen hinzukommen.
Die Dienstbezeichnung zeigt dabei nicht zwingend, in welchem konkreten Fachbereich jemand arbeitet.
Was bedeuten die Sterne auf den Schulterklappen?
Dienstgrad beziehungsweise Amtsbezeichnung werden bei uniformierten Polizeien häufig durch Schulterabzeichen sichtbar gemacht.
Bei der Bundespolizei lassen sich die Laufbahnen beispielsweise auch an unterschiedlichen Farben der Sterne erkennen.
Vereinfacht gilt dort:
mittlerer Dienst: blaue Sterne
gehobener Dienst: silberne Sterne
höherer Dienst: goldene Sterne
Die Anzahl der Sterne zeigt die jeweilige Amtsbezeichnung innerhalb der Laufbahn.
Bei Landespolizeien können Gestaltung und Bezeichnungen anders aussehen.
Kann man vom mittleren in den gehobenen Dienst aufsteigen?
Ja, grundsätzlich gibt es bei verschiedenen Polizeien Aufstiegsmöglichkeiten.
Wenn du dich im mittleren Dienst bewährst, kannst du dich unter bestimmten Voraussetzungen für einen Aufstieg in die nächste Laufbahn qualifizieren.
Dabei können beispielsweise eine Rolle spielen:
- Berufserfahrung,
- dienstliche Leistungen,
- Beurteilungen,
- freie Plätze,
- ein internes Auswahlverfahren,
- zusätzliche Ausbildung beziehungsweise Studium.
Ein solcher Aufstieg erfolgt also nicht automatisch.
Bei der Bundespolizei studieren beispielsweise auch sogenannte Aufstiegsbeamte gemeinsam mit den Direkteinsteigern des gehobenen Polizeivollzugsdienstes.
Kann man vom gehobenen in den höheren Dienst wechseln?
Auch das ist grundsätzlich möglich.
Geeignete Beamte des gehobenen Dienstes können sich für den höheren Polizeivollzugsdienst qualifizieren.
Dafür ist ein besonderes Auswahlverfahren notwendig. Anschließend folgt eine weiterführende Qualifizierung beziehungsweise ein Masterstudium.
Der Schritt in den höheren Dienst bedeutet dabei meist auch einen deutlichen Wandel der Tätigkeit: Personalführung, Organisation, strategische Entscheidungen und Einsatzleitung gewinnen gegenüber der unmittelbaren Sachbearbeitung an Bedeutung.
Welche Laufbahn brauche ich für Kriminalpolizei oder SEK?
Die Laufbahn ist nicht dasselbe wie der Einsatzbereich.
Kriminalpolizei, Bereitschaftspolizei, Verkehrspolizei oder Spezialeinheiten sind Verwendungen beziehungsweise Fachbereiche.
Mittlerer, gehobener und höherer Dienst sind dagegen Laufbahnen.
Du kannst beispielsweise im gehobenen Dienst bei der Schutzpolizei oder Kriminalpolizei arbeiten.
Für Spezialverwendungen wie SEK oder MEK gelten zusätzliche Auswahlkriterien. Ein bestimmter Schulabschluss oder Studienabschluss allein bringt dich daher nicht automatisch in eine Spezialeinheit.
Welche Laufbahn ist für Streifendienst vorgesehen?
Streifendienst kann je nach Polizei sowohl von Beamten des mittleren als auch des gehobenen Dienstes ausgeübt werden.
Wo nur noch über ein Studium eingestellt wird, übernehmen entsprechend Beamte des gehobenen beziehungsweise der heutigen vergleichbaren Laufbahngruppe den Streifendienst.
Es wäre deshalb falsch zu sagen:
mittlerer Dienst = Streife
gehobener Dienst = Büro
höherer Dienst = Chef
Die tatsächlichen Aufgaben sind wesentlich vielfältiger.
Welche Laufbahn sollte ich wählen?
Das hängt zunächst von deinen schulischen beziehungsweise akademischen Voraussetzungen und den Angeboten deiner Wunschpolizei ab.
Der mittlere Dienst kann interessant sein, wenn du über eine Ausbildung möglichst direkt in den praktischen Polizeidienst einsteigen möchtest.
Der gehobene Dienst ist passend, wenn du ein duales Studium absolvieren und dir langfristig viele Fach- und Führungsmöglichkeiten offenhalten möchtest.
Der höhere Dienst richtet sich stärker an Bewerber beziehungsweise erfahrene Polizeibeamte, die größere Führungsverantwortung übernehmen möchten und die erforderliche akademische Qualifikation mitbringen.
Für Schulabgänger ist die Entscheidung meistens vor allem zwischen Ausbildung und Studium relevant.
Mittlerer, gehobener und höherer Dienst im Vergleich
| Laufbahn | Typischer Einstieg | Qualifikation | Typische Perspektive |
|---|---|---|---|
| Mittlerer Dienst | Ausbildung | meist mittlerer Bildungsabschluss | praktische Polizeiarbeit, Spezialisierung, möglicher Aufstieg |
| Gehobener Dienst | duales Studium | meist Abitur/Fachhochschulreife | Polizeiarbeit, Sachbearbeitung, Spezial- und Führungsfunktionen |
| Höherer Dienst | Master/Aufstieg/Direkteinstieg | Hochschulabschluss bzw. vorherige Polizeilaufbahn | höhere Führungs-, Leitungs- und Stabsfunktionen |
Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich jedoch zwischen Bundespolizei und Landespolizeien.
Warum heißen die Laufbahnen nicht überall gleich?
Das deutsche Beamtenrecht wurde in den vergangenen Jahren in verschiedenen Bundesländern reformiert.
Deshalb sprechen manche Länder beispielsweise von:
- Laufbahngruppen,
- Einstiegsebenen,
- Qualifikationsebenen,
- Laufbahnabschnitten.
Die klassischen Begriffe mittlerer, gehobener und höherer Dienst werden trotzdem weiterhin häufig verwendet, weil sie die verschiedenen Qualifikationsstufen verständlich beschreiben.
Wenn du dich bei einer bestimmten Landespolizei bewirbst, solltest du aber deren aktuelle offizielle Bezeichnungen kennen.
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