Welche Aufgaben hat das BKA? Büro, Außendienst und typische Einsatzbereiche
Welche Aufgaben übernimmt das BKA? Erfahre, wann das Bundeskriminalamt ermittelt, welche Zuständigkeiten es hat und wie es Polizei und Sicherheitsbehörden unterstützt.
Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität, Terrorismusbekämpfung, Cybercrime oder der Schutz hochrangiger Politiker: Beim Bundeskriminalamt gibt es deutlich mehr Aufgaben, als man aus Krimiserien kennt. Das BKA ist die kriminalpolizeiliche Zentralstelle des Bundes und arbeitet eng mit den Polizeien der Länder sowie internationalen Sicherheitsbehörden zusammen.
Wer sich für ein duales Studium oder eine Karriere beim BKA interessiert, fragt sich häufig: Was macht man beim BKA eigentlich im Alltag? Sitzt man überwiegend im Büro oder ist man regelmäßig im Außendienst? Eine pauschale Antwort gibt es darauf nicht. Wie dein Arbeitstag aussieht, hängt stark davon ab, in welcher Abteilung und in welchem Aufgabenbereich du eingesetzt wirst.
Inhalte:
- Was sind die Hauptaufgaben des BKA?
- In welchen Bereichen arbeitet das BKA?
- Arbeitet man beim BKA hauptsächlich im Büro oder im Außendienst?
- Wie sieht die Arbeit als Kriminalkommissar beim BKA aus?
- Cybercrime: Ermittlungsarbeit findet heute auch digital statt
- Was ist das Besondere an der Arbeit beim BKA?
- Gehört Personenschutz ebenfalls zu den Aufgaben des BKA?
- Ist die Arbeit beim BKA abwechslungsreich?
Was sind die Hauptaufgaben des BKA?
Das Bundeskriminalamt übernimmt eine besondere Rolle innerhalb der deutschen Polizei. Es ist nicht einfach eine weitere Polizeibehörde, sondern insbesondere Zentralstelle für den polizeilichen Informationsaustausch und für die Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und ausländischen Behörden.
Daneben führt das BKA in bestimmten Fällen eigene Ermittlungsverfahren. Zu seinen zentralen Tätigkeitsfeldern gehören unter anderem die Bekämpfung von Terrorismus, politisch motivierter Kriminalität, organisierter Kriminalität und Cybercrime. Hinzu kommen internationale Zusammenarbeit, kriminaltechnische Untersuchungen, Fahndung, Analyse sowie der Schutz von Mitgliedern der Verfassungsorgane des Bundes.
Das BKA beschreibt seine Arbeit selbst als Zusammenspiel aus Ermittlungen, Schutzaufgaben, nationaler und internationaler Zusammenarbeit, Analyse, Forschung sowie der Entwicklung neuer Methoden und Technologien zur Kriminalitätsbekämpfung.
In welchen Bereichen arbeitet das BKA?
Die Aufgabenvielfalt wird bereits an der Organisation des Bundeskriminalamts deutlich. Das BKA gliedert sich aktuell in verschiedene Fachabteilungen. Dazu gehören beispielsweise:
- Polizeilicher Staatsschutz
- Islamistisch motivierter Terrorismus und Extremismus
- Schwere und Organisierte Kriminalität
- Cybercrime
- Sicherungsgruppe
- Zentraler Informations- und Fahndungsdienst
- Operative Einsatz- und Ermittlungsunterstützung
- Internationale Koordinierung
- Kriminaltechnisches Institut
- Digitale Services und Innovation
- Zentrale Verwaltung
Innerhalb dieser Bereiche gibt es wiederum zahlreiche spezialisierte Referate. Beim Polizeilichen Staatsschutz beschäftigen sich Mitarbeiter zum Beispiel mit politisch motivierter Kriminalität, Spionage, Staatsterrorismus oder Völkerstrafrecht. In anderen Bereichen stehen Geldwäsche, organisierte Kriminalität, digitale Ermittlungen oder internationale Fahndungen im Mittelpunkt.
Das bedeutet gleichzeitig: Den einen typischen BKA-Arbeitsplatz gibt es nicht.
Arbeitet man beim BKA hauptsächlich im Büro oder im Außendienst?
Viele Bewerber stellen sich die Arbeit als Kriminalkommissar vor allem als Außendienst vor: Observationen, Durchsuchungen, Festnahmen und Ermittlungen vor Ort. Solche Einsätze gehören tatsächlich zur Arbeit des BKA – allerdings machen sie nicht automatisch den größten Teil jedes Arbeitsplatzes aus.
Ein erheblicher Teil kriminalpolizeilicher Arbeit findet am Schreibtisch statt. Ermittlungsakten müssen bearbeitet, Informationen ausgewertet, Daten abgeglichen, Berichte erstellt und Maßnahmen vorbereitet werden. Dazu kommen Besprechungen mit anderen Behörden, Staatsanwaltschaften oder internationalen Partnern.
Gerade bei umfangreichen Ermittlungsverfahren können große Mengen an Daten, Dokumenten und digitalen Spuren ausgewertet werden müssen. Auch Telefonüberwachungen, Finanzermittlungen, Informationsanalysen oder die Vorbereitung von Durchsuchungsmaßnahmen benötigen intensive Büroarbeit.
Der Außendienst kommt hinzu, wenn es der konkrete Aufgabenbereich erfordert. Möglich sind beispielsweise:
- Durchsuchungen und Festnahmen,
- Observationen,
- Vernehmungen und Befragungen,
- Tatortarbeit,
- Sicherstellung von Beweismitteln,
- Personenschutz,
- Fahndungsmaßnahmen,
- Ermittlungen im In- und Ausland.
Wie groß der Anteil von Büro und Außendienst tatsächlich ist, kann deshalb von Stelle zu Stelle erheblich unterschiedlich sein.
Wie sieht die Arbeit als Kriminalkommissar beim BKA aus?
Kriminalkommissare beim BKA können in sehr unterschiedlichen Ermittlungsbereichen eingesetzt werden. Ein Arbeitstag kann beispielsweise damit beginnen, neue Erkenntnisse aus einem Ermittlungsverfahren auszuwerten. Anschließend werden Datenbanken überprüft, Vernehmungen vorbereitet oder Informationen mit einer Landespolizei beziehungsweise einer ausländischen Sicherheitsbehörde abgestimmt.
An einem anderen Tag kann eine Durchsuchung anstehen. Dann müssen Einsatzmaßnahmen vorbereitet, Beweismittel gesichert und anschließend ausgewertet werden. Gerade bei größeren Verfahren arbeiten dabei häufig verschiedene Spezialisten zusammen.
Das BKA beschäftigt deshalb nicht nur Polizeivollzugsbeamte. Nach eigenen Angaben arbeiten dort Menschen aus mehr als 70 verschiedenen Berufsgruppen. Dazu zählen beispielsweise IT-Spezialisten, Naturwissenschaftler, Sprachwissenschaftler, Verwaltungsfachleute und weitere Experten.
Cybercrime: Ermittlungsarbeit findet heute auch digital statt
Besonders deutlich wird die Mischung aus klassischer Polizeiarbeit und moderner Analyse im Bereich Cybercrime. Dort können Ermittler beispielsweise Hacking-Angriffe aufklären, Betrugsdelikte im Internet verfolgen oder digitale Spuren forensisch auswerten.
Auch Ermittlungen gegen organisierte Kriminalität oder terroristische Strukturen können stark digital geprägt sein. Computer, Smartphones, Messenger-Dienste, soziale Netzwerke und große Datenmengen spielen bei vielen Ermittlungen eine wichtige Rolle.
Das BKA nennt bei der Qualifizierung zum Cyber-Kriminalisten unter anderem die Aufklärung von Hacking-Angriffen, Internetbetrug, die forensische Auswertung digitaler Spuren sowie Informationsauswertung und -analyse als mögliche Tätigkeiten.
Wer beim Begriff „Außendienst“ ausschließlich an klassische Polizeieinsätze denkt, unterschätzt deshalb einen wesentlichen Teil moderner Kriminalitätsbekämpfung.
Was ist das Besondere an der Arbeit beim BKA?
Eine der größten Besonderheiten ist die bundesweite und internationale Ausrichtung. Während eine örtliche Polizeidienststelle überwiegend für ihr eigenes Gebiet zuständig ist, arbeitet das BKA häufig an Fällen, die Ländergrenzen oder sogar Staatsgrenzen überschreiten.
Hinzu kommen Delikte, die für die Sicherheit Deutschlands besonders relevant sind. Dazu zählen beispielsweise internationaler Terrorismus, Spionage, Cyberangriffe oder schwere organisierte Kriminalität.
Eine weitere Besonderheit sind die zahlreichen Spezialbereiche. Neben Ermittlern arbeiten beim BKA unter anderem IT-Experten, Wissenschaftler, Analysten und Kriminaltechniker. Dadurch kannst du dich im Laufe deiner Karriere auf sehr unterschiedliche Bereiche spezialisieren.
Auch Auslandskontakte können zur Tätigkeit gehören. Das BKA arbeitet eng mit internationalen Partnerbehörden zusammen und übernimmt eine wichtige Funktion beim internationalen polizeilichen Informationsaustausch.
Gehört Personenschutz ebenfalls zu den Aufgaben des BKA?
Ja. Eine besonders bekannte Aufgabe übernimmt die Sicherungsgruppe des BKA. Sie ist unter anderem für Schutzmaßnahmen für Mitglieder der Verfassungsorgane des Bundes zuständig.
Die Arbeit unterscheidet sich deutlich von vielen klassischen Ermittlungsbereichen. Hier stehen Schutzkonzepte, Gefährdungsbewertungen, Vorbereitung von Reisen und Veranstaltungen sowie unmittelbare Schutzmaßnahmen im Vordergrund.
Personenschutz bedeutet allerdings nicht nur, unmittelbar neben einer Schutzperson zu stehen. Hinter jedem Einsatz steckt umfangreiche Planung und Koordination. Auch hier gehören daher Büroarbeit und operative Tätigkeit zusammen.
Ist die Arbeit beim BKA abwechslungsreich?
Das hängt stark von deinem späteren Einsatzbereich ab. Grundsätzlich bietet das Bundeskriminalamt jedoch eine sehr große Bandbreite möglicher Tätigkeiten. Ein Ermittler im Bereich organisierte Kriminalität hat einen anderen Berufsalltag als ein Cyber-Kriminalist, ein Mitarbeiter des Staatsschutzes oder ein Beamter im Personenschutz.
Du solltest deshalb nicht davon ausgehen, dass du nach dem Studium ausschließlich spektakuläre Einsätze erleben wirst. Polizeiarbeit beim BKA besteht häufig aus sorgfältiger Analyse, Dokumentation und langfristiger Ermittlungsarbeit.
Gerade diese Kombination ist jedoch für viele Bewerber interessant: analytische Arbeit im Büro trifft auf operative Ermittlungen und Einsätze außerhalb der Dienststelle.
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