Berufsalltag bei Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei
Wie sieht der Berufsalltag bei Schutz- und Bereitschaftspolizei aus? Erfahre, welche Aufgaben, Einsätze und Arbeitszeiten dich in beiden Bereichen erwarten.
Streifenwagen, Verkehrsunfälle, Demonstrationen oder Fußballspiele: Der Berufsalltag bei der Polizei kann sehr unterschiedlich aussehen. Besonders deutlich wird das beim Vergleich von Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei.
Während die Schutzpolizei überwiegend für die alltägliche Polizeiarbeit vor Ort zuständig ist, kommt die Bereitschaftspolizei vor allem bei größeren Einsatzlagen zum Einsatz. Auch Arbeitszeiten, Einsatzorte und Teamstrukturen unterscheiden sich. Wenn du dich bei der Polizei bewerben möchtest, lohnt es sich deshalb, beide Bereiche genauer kennenzulernen.
Inhalte:
- Wie sieht der Alltag bei der Schutzpolizei aus?
- Wie beginnt eine typische Schicht bei der Schutzpolizei?
- Wie planbar ist der Alltag im Streifendienst?
- Arbeitet die Schutzpolizei im Schichtdienst?
- Wie viel Zeit verbringt man im Streifenwagen?
- Wie sieht ein typischer Einsatz der Schutzpolizei aus?
- Muss man bei der Schutzpolizei viel mit Menschen sprechen?
- Gehört Ermittlungsarbeit zur Schutzpolizei?
- Was ist die Bereitschaftspolizei?
- Wie sieht ein typischer Tag bei der Bereitschaftspolizei aus?
- Was macht die Bereitschaftspolizei bei Demonstrationen?
- Was macht die Bereitschaftspolizei bei Fußballspielen?
- Trainiert die Bereitschaftspolizei häufiger?
- Wie unterscheiden sich die Arbeitszeiten?
- Ist man bei der Bereitschaftspolizei viel unterwegs?
- Arbeitet man bei der Bereitschaftspolizei immer in einer großen Gruppe?
- Schutzpolizei oder Bereitschaftspolizei – was passt besser zu mir?
- Kann man zwischen Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei wechseln?
- Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei im direkten Vergleich
Wie sieht der Alltag bei der Schutzpolizei aus?
Die Schutzpolizei ist der Bereich, den die meisten Menschen mit klassischer Polizeiarbeit verbinden. Polizeibeamte der Schutzpolizei sind häufig im Streifen- und Einsatzdienst tätig. Sie fahren mit dem Streifenwagen durch ihren Zuständigkeitsbereich, reagieren auf Notrufe und übernehmen die ersten Maßnahmen bei unterschiedlichsten Situationen.
Typische Einsätze sind beispielsweise:
- Verkehrsunfälle,
- Körperverletzungen,
- Streitigkeiten,
- Ruhestörungen,
- Einbrüche,
- Ladendiebstähle,
- hilflose Personen,
- Vermisstensuchen,
- Verkehrskontrollen,
- verdächtige Personen oder Fahrzeuge.
Gerade diese Mischung macht den Streifendienst abwechslungsreich. Zu Beginn einer Schicht weißt du normalerweise nicht genau, welche Situationen dich erwarten.
Wie beginnt eine typische Schicht bei der Schutzpolizei?
Eine Schicht beginnt häufig auf der Polizeidienststelle.
Zunächst übernimmt die neue Dienstgruppe wichtige Informationen aus der vorherigen Schicht. Dazu können beispielsweise aktuelle Fahndungen, besondere Gefahrenlagen oder Ereignisse aus den vergangenen Stunden gehören.
Danach werden Fahrzeuge, Funkgeräte und persönliche Ausrüstung übernommen. Anschließend beginnt der Streifendienst.
Zwischen einzelnen Einsätzen kann die Streife bestimmte Bereiche kontrollieren, Fahndungsmaßnahmen durchführen oder gezielte Verkehrskontrollen übernehmen.
Über Funk beziehungsweise über die Einsatzleitstelle können jederzeit neue Aufträge kommen.
Wie planbar ist der Alltag im Streifendienst?
Nur teilweise. Du weißt zwar, wann deine Schicht beginnt, kannst aber nie genau vorhersagen, wie sie verlaufen wird. Eine zunächst ruhige Nachtschicht kann sich durch einen schweren Verkehrsunfall innerhalb weniger Minuten völlig verändern. Ein vermeintlich kleiner Streit kann eskalieren und zusätzliche Polizeikräfte erforderlich machen.
Gerade diese Unvorhersehbarkeit gehört für viele Polizeibeamte zum Reiz des Berufs. Sie bedeutet aber auch, dass du flexibel sein musst. Einsätze können länger dauern als geplant, und der Feierabend lässt sich nicht in jeder Situation minutengenau einhalten.
Arbeitet die Schutzpolizei im Schichtdienst?
Im klassischen Streifen- und Einsatzdienst ja. Die Polizei muss rund um die Uhr erreichbar sein. Deshalb arbeiten viele Schutzpolizisten in verschiedenen Schichten.
Typisch sind beispielsweise:
- Frühschicht,
- Spätschicht,
- Nachtschicht,
- Wochenenddienst,
- Dienst an Feiertagen.
Die genauen Schichtmodelle unterscheiden sich zwischen den Polizeibehörden.
Das bedeutet: Wenn du im Streifendienst arbeitest, solltest du dich darauf einstellen, auch dann Dienst zu haben, wenn andere Menschen frei haben.
Wie viel Zeit verbringt man im Streifenwagen?
Im Streifendienst verbringst du einen erheblichen Teil deiner Arbeitszeit außerhalb der Dienststelle. Das heißt aber nicht, dass du ständig nur Auto fährst. Du hältst beispielsweise an einem Einsatzort, sprichst mit Beteiligten, sicherst Unfallstellen, kontrollierst Personen oder nimmst Anzeigen auf.
Danach folgt häufig wieder Büroarbeit. Jeder Einsatz muss dokumentiert werden. Je nach Sachverhalt gehören dazu Anzeigen, Berichte, Vernehmungen oder andere schriftliche Vorgänge.
Auch Schutzpolizei bedeutet deshalb immer eine Kombination aus Außendienst und Schreibtischarbeit.
Wie sieht ein typischer Einsatz der Schutzpolizei aus?
Angenommen, die Einsatzleitstelle meldet einen Streit vor einem Restaurant. Du fährst gemeinsam mit deinem Streifenpartner zum Einsatzort. Dort musst du zunächst feststellen, was überhaupt passiert ist. Mehrere Personen reden gleichzeitig, möglicherweise sind Beteiligte alkoholisiert und die Stimmung ist angespannt.
Jetzt musst du:
- die Situation überblicken,
- Beteiligte voneinander trennen,
- mögliche Gefahren erkennen,
- Gespräche führen,
- Personalien feststellen,
- Zeugen befragen,
- gegebenenfalls Straftaten aufnehmen,
- notwendige Maßnahmen durchführen.
Anschließend müssen die Ergebnisse dokumentiert werden. Ein scheinbar kurzer Einsatz kann deshalb deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen, als Außenstehende vermuten.
Muss man bei der Schutzpolizei viel mit Menschen sprechen?
Sehr viel. Kommunikation gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten im Streifendienst.
Du sprichst beispielsweise mit:
- Opfern,
- Zeugen,
- Beschuldigten,
- Unfallbeteiligten,
- Jugendlichen,
- älteren Menschen,
- aggressiven Personen,
- Menschen in psychischen Ausnahmesituationen.
Manchmal musst du beruhigen, manchmal klare Grenzen setzen und manchmal einfach zuhören. Deshalb reicht es im Polizeiberuf nicht, körperlich fit zu sein und Gesetze zu kennen. Du musst auch mit sehr unterschiedlichen Menschen umgehen können.
Gehört Ermittlungsarbeit zur Schutzpolizei?
Ja. Nicht jede Straftat wird sofort an die Kriminalpolizei abgegeben. Schutzpolizisten übernehmen häufig bereits wichtige erste Ermittlungsmaßnahmen und bearbeiten je nach Organisation und Delikt auch Vorgänge selbst.
Dazu gehören beispielsweise:
- Anzeigenaufnahme,
- Zeugenbefragung,
- Sicherung erster Beweismittel,
- Fahndungsmaßnahmen,
- Identitätsfeststellungen,
- erste Tatortmaßnahmen.
Bei besonders schweren oder komplexen Delikten übernimmt anschließend häufig eine spezialisierte kriminalpolizeiliche Dienststelle.
Was ist die Bereitschaftspolizei?
Die Bereitschaftspolizei ist vor allem für größere und besondere Einsatzlagen vorgesehen.
Ihre Beamten arbeiten häufig in geschlossenen Einheiten. Das bedeutet, dass sie nicht wie eine normale Streifenbesatzung zu zweit unterwegs sind, sondern beispielsweise als Gruppe, Zug oder Hundertschaft gemeinsam eingesetzt werden.
Typische Einsatzbereiche sind:
- Demonstrationen,
- Fußballspiele,
- Großveranstaltungen,
- Staatsbesuche,
- größere Fahndungsmaßnahmen,
- besondere Gefahrenlagen,
- Unterstützung örtlicher Polizeidienststellen,
- Katastrophen und schwere Unglücksfälle.
Je nach Bundesland übernimmt die Bereitschaftspolizei zusätzlich Ausbildungs-, Fortbildungs- oder Unterstützungsaufgaben.
Wie sieht ein typischer Tag bei der Bereitschaftspolizei aus?
Der Alltag unterscheidet sich erheblich vom normalen Streifendienst. An einem Tag steht vielleicht Training auf dem Dienstplan. Am nächsten Tag fährt die Einheit mehrere hundert Kilometer zu einem Fußballspiel oder einer Demonstration. Vor einem größeren Einsatz gibt es normalerweise eine Einsatzbesprechung.
Dabei wird erklärt:
- Was ist der Einsatzanlass?
- Welche Lage wird erwartet?
- Welche Aufgabe hat die eigene Einheit?
- Welche besonderen Gefahren bestehen?
- Welche Ausrüstung wird benötigt?
- Wie sieht die Einsatzorganisation aus?
Danach fährt die Einheit geschlossen zum Einsatzort. Vor Ort kann der Einsatz mehrere Stunden dauern.
Was macht die Bereitschaftspolizei bei Demonstrationen?
Bei Demonstrationen besteht die Aufgabe zunächst darin, die friedliche Durchführung der Versammlung zu ermöglichen und gleichzeitig Gefahren abzuwehren.
Die Bereitschaftspolizei kann beispielsweise:
- Veranstaltungsbereiche absichern,
- Demonstrationszüge begleiten,
- Straßen sperren,
- unterschiedliche Gruppen voneinander trennen,
- Straftaten verhindern,
- andere Polizeikräfte unterstützen.
Kommt es zu Ausschreitungen, kann die Lage sehr dynamisch werden. Dann sind gutes taktisches Verhalten, Disziplin und Zusammenarbeit innerhalb der Einheit besonders wichtig.
Was macht die Bereitschaftspolizei bei Fußballspielen?
Auch Fußballspiele gehören zu den bekannten Einsatzfeldern. Bei Spielen mit erhöhtem Konfliktpotenzial können größere Polizeikräfte erforderlich sein.
Die Bereitschaftspolizei unterstützt beispielsweise dabei:
- rivalisierende Fangruppen zu trennen,
- An- und Abreisewege zu sichern,
- Bahnhöfe und Stadionumfeld zu schützen,
- Auseinandersetzungen zu verhindern,
- örtliche Polizeidienststellen zu verstärken.
Solche Einsätze können bereits Stunden vor dem eigentlichen Spiel beginnen und deutlich nach Spielende weitergehen.
Trainiert die Bereitschaftspolizei häufiger?
Ja. Training hat im Alltag geschlossener Einheiten einen hohen Stellenwert.
Zwischen größeren Einsätzen werden beispielsweise trainiert:
- taktisches Vorgehen,
- Verhalten bei Demonstrationen,
- Festnahmesituationen,
- Eigensicherung,
- körperliche Fitness,
- Einsatztechniken,
- Zusammenarbeit innerhalb der Einheit.
Der Grund ist einfach: Bei großen Einsatzlagen müssen viele Beamte gleichzeitig koordiniert handeln. Das funktioniert nur, wenn Abläufe regelmäßig gemeinsam geübt werden.
Wie unterscheiden sich die Arbeitszeiten?
Bei der Schutzpolizei ist häufig ein regelmäßiges Schichtsystem vorhanden. Das bedeutet zwar wechselnde Arbeitszeiten, aber die Dienstpläne sind normalerweise grundsätzlich planbar.
Bei der Bereitschaftspolizei können Dienstzeiten stärker vom jeweiligen Einsatz abhängen. Ein Fußballspiel findet vielleicht abends statt. Eine Demonstration kann am Wochenende mehrere Stunden dauern. Größere Einsatzlagen können kurzfristige Änderungen erforderlich machen.
Außerdem können Bereitschaftspolizisten für Einsätze in andere Städte oder sogar andere Bundesländer geschickt werden. Dadurch kann die Tätigkeit mit mehr Reise- und Einsatzzeiten verbunden sein.
Ist man bei der Bereitschaftspolizei viel unterwegs?
Das kann durchaus der Fall sein. Bereitschaftspolizeien unterstützen nicht nur ihre eigene Region. Bei größeren Ereignissen können Einheiten auch überregional eingesetzt werden.
Das bedeutet beispielsweise:
- Anreise mit Einsatzfahrzeugen oder Bussen,
- längere Einsatztage,
- teilweise Übernachtungen,
- Einsatz an Wochenenden,
- Arbeit an wechselnden Orten.
Wer gerne jeden Tag am gleichen Ort arbeitet, muss sich daran möglicherweise erst gewöhnen. Wer dagegen größere Einsatzlagen und Teamarbeit mag, kann genau diese Abwechslung spannend finden.
Arbeitet man bei der Bereitschaftspolizei immer in einer großen Gruppe?
Der Alltag ist wesentlich stärker durch geschlossene Einheiten geprägt als bei der Schutzpolizei. Die kleineren taktischen Einheiten werden für bestimmte Aufgaben zusammengefasst und können wiederum Teil größerer Einheiten sein. Dadurch ist Teamarbeit besonders wichtig.
Jeder Einzelne muss seine Aufgabe kennen und gleichzeitig darauf achten, wie sich die gesamte Einheit bewegt und verhält. Eigenmächtiges Handeln kann bei einer Großlage problematisch sein. Disziplin und klare Führungsstrukturen spielen deshalb eine große Rolle.
Ist Bereitschaftspolizei gefährlicher als Schutzpolizei?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Bei Demonstrationen oder Fußballspielen können Bereitschaftspolizisten gezielt mit aggressiven oder gewaltbereiten Personen konfrontiert werden.
Andererseits erlebt auch der normale Streifendienst unvorhersehbare und teilweise gefährliche Situationen. Ein Streit, eine Verkehrskontrolle oder ein Einsatz wegen häuslicher Gewalt kann unerwartet eskalieren.
Die Risiken unterscheiden sich daher eher in ihrer Art: Bei der Bereitschaftspolizei können größere Konfliktlagen im Vordergrund stehen, im Streifendienst sind es häufig spontane Einzelereignisse.
Schutzpolizei oder Bereitschaftspolizei – was passt besser zu mir?
Das hängt davon ab, was dir am Polizeiberuf besonders gefällt.
Schutzpolizei könnte zu dir passen, wenn du:
- viel direkten Bürgerkontakt möchtest,
- abwechslungsreiche Einzeleinsätze interessant findest,
- gerne im kleinen Team arbeitest,
- Streifendienst spannend findest,
- gerne unterschiedliche Probleme löst.
Bereitschaftspolizei könnte zu dir passen, wenn du:
- gerne in größeren Teams arbeitest,
- Großveranstaltungen spannend findest,
- körperlich und taktisch orientierte Einsätze magst,
- flexibel bei Einsatzorten bist,
- mit längeren und wechselnden Einsatzzeiten klarkommst.
Beide Bereiche verlangen Belastbarkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Kann man zwischen Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei wechseln?
Grundsätzlich ja. Wie der Karriereweg genau aussieht, hängt allerdings von der jeweiligen Landespolizei ab. In einigen Bundesländern verbringen junge Polizeibeamte zunächst eine bestimmte Zeit bei der Bereitschaftspolizei und wechseln anschließend in den polizeilichen Einzeldienst.
Andernorts beginnt der Berufsweg direkt bei einer örtlichen Polizeidienststelle. Später können weitere Wechsel und Spezialisierungen möglich sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- Kriminalpolizei,
- Diensthundestaffel,
- Verkehrspolizei,
- Fahndungsdienste,
- SEK oder MEK,
- Führungsfunktionen.
Dein erster Einsatzbereich muss deshalb nicht automatisch dein gesamtes Berufsleben bestimmen.
Schutzpolizei und Bereitschaftspolizei im direkten Vergleich
| Schutzpolizei | Bereitschaftspolizei |
|---|
| Streifen- und Einsatzdienst | geschlossene Einsatzeinheiten |
| viel Bürgerkontakt | stärkerer Fokus auf größere Einsatzlagen |
| meist regionaler Einsatzbereich | häufig auch überregionale Einsätze |
| kleine Teams bzw. Streifenbesatzungen | Gruppen, Züge und Hundertschaften |
| Verkehrsunfälle, Streitigkeiten, Straftaten | Demonstrationen, Fußball, Großveranstaltungen |
| regelmäßiger Wechselschichtdienst | Dienstzeiten stärker vom Einsatz abhängig |
| viele spontane Einzeleinsätze | häufiger vorbereitete größere Einsätze |
Beide Bereiche gehören zum Kern der Polizeiarbeit, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte.
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