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Von der Bewerbung bis zur Graduierung: So läuft dein Weg zur Polizei ab

Von der Bewerbung bis zur Graduierung: So läuft dein Weg zur Polizei ab

Wie läuft die Bewerbung bei der Polizei ab? Erfahre, welche Schritte von der Online-Bewerbung über den Einstellungstest bis zur ärztlichen Untersuchung auf dich warten.

Du möchtest zur Polizei und fragst dich, was nach dem Absenden deiner Bewerbung eigentlich passiert? Zwischen der ersten Onlinebewerbung und deinem späteren Dienst als Polizeikommissarin oder Polizeikommissar liegen mehrere wichtige Stationen. Dazu gehören das Eignungsauswahlverfahren, die polizeiärztliche Untersuchung, die Einstellungszusage und schließlich das dreijährige Studium.

Am Beispiel der Polizei Hessen lässt sich dieser Weg besonders gut nachvollziehen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, was dich erwartet – von der Bewerbung bis zur feierlichen Graduierung.

Onlinebewerbung: Damit beginnt dein Weg zur Polizei

Der erste Schritt ist die Bewerbung. Bei der Polizei Hessen kannst du deine Bewerbung über das Bewerbungsportal einreichen. Dabei wählst du zunächst einen der angebotenen Einstellungstermine aus. Einstellungen erfolgen derzeit grundsätzlich im Februar und im September.

Für deine Onlinebewerbung musst du einen Account erstellen und verschiedene Angaben zu deiner Person machen. Außerdem werden bereits erste Dokumente benötigt. Dazu gehören insbesondere:

  • dein letztes Schulzeugnis beziehungsweise Abschlusszeugnis,
  • ein tabellarischer Lebenslauf,
  • eine Kopie deines Personalausweises oder Reisepasses,
  • gegebenenfalls weitere Nachweise.

Nach dem Absenden erhältst du eine Eingangsbestätigung. Damit hast du allerdings noch keine Einladung zum Einstellungstest: Zunächst prüft das Eignungsauswahlzentrum, ob deine Bewerbung vollständig ist und du die grundlegenden Voraussetzungen erfüllst.

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Unterlagen einreichen und Bewerbung vervollständigen

Eine Polizeibewerbung besteht nicht nur aus einem kurzen Onlineformular. Im Laufe des Verfahrens benötigt die Polizei weitere Unterlagen von dir. Fehlt etwas, wirst du normalerweise aufgefordert, die entsprechenden Dokumente nachzureichen. Besonders wichtig ist deshalb, dass du das Bewerbungsportal und deine E-Mails regelmäßig kontrollierst und auf Anforderungen möglichst schnell reagierst.

Nach einem erfolgreichen Eignungsauswahlverfahren können weitere Unterlagen erforderlich sein. Bei der Polizei Hessen gehören dazu je nach persönlicher Situation beispielsweise das beglaubigte Schulabschlusszeugnis, eine Geburtsurkunde, ein Schwimmnachweis, Informationen aus dem Fahreignungsregister und der Nachweis über den erforderlichen Führerschein.

Auch medizinische Unterlagen können wichtig werden. Wenn du beispielsweise bereits Operationen, schwerere Verletzungen oder bestimmte Erkrankungen hattest, solltest du vorhandene Befunde frühzeitig zusammentragen.

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Einladung zum Eignungsauswahlverfahren – dem EAV

Sind die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vorhanden und spricht zunächst nichts gegen deine Einstellung, erhältst du die Einladung zum Eignungsauswahlverfahren, kurz EAV.

Bei der Polizei Hessen wird die Einladung in der Regel etwa vier bis sechs Wochen vor deinem konkreten Prüfungstermin verschickt. Kurz vor dem Termin erhältst du normalerweise noch weitere Informationen.

Jetzt beginnt einer der entscheidenden Abschnitte deiner Bewerbung. Denn im EAV prüft die Polizei nicht nur dein Wissen. Sie möchte herausfinden, ob deine geistigen, körperlichen und persönlichen Voraussetzungen zum Polizeiberuf passen. Eine frühzeitige Vorbereitung lohnt sich deshalb. Besonders beim Computertest, Sporttest und Vorstellungsgespräch kannst du deine Leistung durch gezieltes Training deutlich verbessern.

Was passiert beim EAV?

Das Eignungsauswahlverfahren der Polizei Hessen erstreckt sich grundsätzlich über zwei Tage. Dabei werden sowohl deine Eignung als auch deine Polizeidiensttauglichkeit geprüft.

Zu den Bestandteilen des Auswahlverfahrens gehören unter anderem ein computergestütztes psychologisches Testverfahren, ein Sporttest, eine Gruppenaufgabe und ein Einzelinterview. Im Gespräch geht es beispielsweise um deine Motivation für den Polizeiberuf und um persönliche Erfahrungen in berufsrelevanten Situationen.

Die Polizei interessiert sich dabei nicht nur für besonders sportliche oder besonders gute Schüler. Entscheidend ist das Gesamtbild. Konzentration, logisches Denken, Belastbarkeit, Kommunikation, Teamfähigkeit und deine Motivation für den Polizeiberuf spielen zusammen. Deshalb solltest du dich auf alle Bestandteile vorbereiten und nicht nur den Sporttest oder den Computertest trainieren.

Polizeiärztliche Untersuchung: Bist du polizeidiensttauglich?

Selbst wenn du die anderen Prüfungen erfolgreich absolvierst, muss zusätzlich deine gesundheitliche Eignung festgestellt werden. Bei der Polizei Hessen findet die polizeiärztliche Untersuchung grundsätzlich am zweiten Tag des EAV statt.

Bei der Untersuchung werden unter anderem überprüft:

  • Körpergröße und Gewicht,
  • Bewegungsapparat und Skelettsystem,
  • Sehvermögen,
  • Hörvermögen,
  • weitere gesundheitliche Voraussetzungen.

Zum Untersuchungsprogramm gehören unter anderem Seh- und Hörtests sowie EKG und Belastungs-EKG. Auch ein Drogenscreening ist Bestandteil der gesundheitlichen Überprüfung. Falls erforderlich, kann der Polizeiarzt zusätzliche Befunde oder fachärztliche Untersuchungen verlangen.

Das muss nicht automatisch bedeuten, dass du ungeeignet bist. Es kann aber dazu führen, dass eine endgültige Entscheidung erst getroffen werden kann, wenn zusätzliche medizinische Unterlagen vorliegen.

Bestanden – bekomme ich jetzt automatisch eine Zusage?

Ein bestandenes EAV bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass du sofort einen Studienplatz erhältst.

Bei der Polizei Hessen spielt dein erzieltes Ergebnis eine wichtige Rolle. Nach bestandenem EAV und festgestellter Polizeidiensttauglichkeit erfolgt die Auswahl anhand des erreichten Punktwertes und der daraus entstehenden Rangfolgeliste. Erst danach kann die schriftliche Einstellungszusage folgen.

Je besser dein Ergebnis ausfällt, desto günstiger ist daher deine Position im weiteren Auswahlverfahren. Bei geeigneten Bewerbern kann nach dem EAV außerdem abgefragt werden, ob Interesse am Studiengang Schutzpolizei oder Kriminalpolizei besteht. In Hessen ist nämlich auch ein Direkteinstieg in das Studium der Kriminalpolizei möglich.

Einstellungszusage und Einberufungsbescheid

Die Einstellungszusage ist einer der Momente, auf die Bewerber oft monatelang hinarbeiten. Sind dein Ergebnis ausreichend, deine gesundheitliche Eignung festgestellt und alle weiteren Voraussetzungen erfüllt, kannst du eine schriftliche Zusage erhalten.

Damit ist die organisatorische Vorbereitung allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Sind schließlich sämtliche erforderlichen Unterlagen vorhanden und alle Einstellungsvoraussetzungen erfüllt, verschickt die Polizei Hessen ungefähr einen Monat vor dem Einstellungstermin die Einberufung zum Dienstantritt. Darin findest du wichtige Informationen zu deinem Einstellungstag und zum Start des Studiums. Spätestens jetzt wird aus der lange geplanten Bewerbung ganz konkret dein neuer Berufsweg.

Einstellungstag und die ersten Tage bei der Polizei

Am Einstellungstag beginnt ein völlig neuer Lebensabschnitt. Du lernst deinen Studienort, erste Ansprechpartner und viele deiner zukünftigen Kolleginnen und Kollegen kennen.

Bei der Polizei Hessen findet die Einstellung an den Studienstandorten der Hessischen Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit statt. Im September 2026 wurden beispielsweise 348 neue Studierende an den Standorten Kassel, Gießen, Mühlheim und Wiesbaden begrüßt. Dabei erfolgte auch die feierliche Ernennung zu Polizeikommissaranwärterinnen und Polizeikommissaranwärtern.

Die ersten Tage dienen zugleich der Orientierung. Organisatorische Fragen werden geklärt, du lernst Hochschule und Studienorganisation kennen und findest dich in deinem neuen Alltag zurecht. Je nach Studienorganisation können solche Einführungselemente unterschiedlich gestaltet sein. Eine bundesweit einheitliche „Einführungswoche“ bei der Polizei gibt es daher nicht.

Vereidigung: Dein Diensteid als Polizeianwärter

Zu den besonderen Momenten deiner Ausbildung beziehungsweise deines Studiums gehört die Vereidigung. Dabei leistest du deinen Diensteid.

In Hessen werden Polizei- und Kriminalkommissaranwärter regelmäßig in einem feierlichen Rahmen vereidigt. Die Zeremonie muss allerdings nicht unmittelbar am ersten Studientag stattfinden. So wurden beispielsweise beim Hessentag 2025 rund 650 Polizei- und Kriminalkommissaranwärterinnen und -anwärter des Einstellungsjahres 2024 gemeinsam vereidigt. Sie leisteten ihren Diensteid auf das Grundgesetz und die Hessische Verfassung.

Die Vereidigung macht deutlich, dass der Polizeiberuf mehr als ein gewöhnliches Beschäftigungsverhältnis ist. Als Polizeibeamter übernimmst du besondere Rechte, aber auch eine besondere Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft.

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Drei Jahre Studium: Theorie, Training und Polizeipraxis

Nach der Einstellung liegt ein anspruchsvolles duales Studium vor dir. Das Bachelorstudium bei der Polizei Hessen dauert grundsätzlich drei Jahre.

Dabei wechseln sich theoretische Studienabschnitte mit Training und praktischen Einsätzen ab. Im Studiengang Schutzpolizei folgen beispielsweise auf einen ersten theoretischen Abschnitt ein Grundlagentraining und ein Grundlagenpraktikum. Später absolvierst du unter anderem weitere Theoriephasen und ein umfangreiches Fachpraktikum.

Auf deinem Stundenplan stehen unter anderem Polizei- und Verwaltungsrecht, Strafrecht, Strafprozessrecht, Kriminalistik, Kriminologie, Einsatzlehre, Psychologie, Sport sowie Einsatz- und Schießtraining.

Das Studium endet außerdem nicht nur mit klassischen Prüfungen. Dazu gehören eine wissenschaftliche Bachelorarbeit und ein Kolloquium.

Graduierung: Vom Anwärter zum Polizeikommissar

Nach drei Jahren kommt schließlich der Moment, auf den dein gesamtes Studium ausgerichtet war: die Graduierung.

Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du den akademischen Grad Bachelor of Arts und die Laufbahnbefähigung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst. Bei der feierlichen Graduierung erfolgt außerdem die Ernennung zur Polizeikommissarin beziehungsweise zum Polizeikommissar.

Bei den Graduierungsfeiern im Juli 2026 wurden beispielsweise 386 Absolventinnen und Absolventen der HöMS graduiert. Sie erhielten ihren akademischen Grad, ihre Ernennungsurkunde und die Schulterklappe mit dem ersten silbernen Stern. Anschließend beginnt die erste reguläre Verwendung bei einer hessischen Polizeidienststelle.

Der Weg zur Polizei auf einen Blick

Der typische Ablauf bei der Polizei Hessen lässt sich vereinfacht so zusammenfassen:

Onlinebewerbung → Bewerbungsunterlagen → Prüfung der Voraussetzungen → Einladung zum EAV → Einstellungstest und Sporttest → Interview und Gruppenaufgabe → polizeiärztliche Untersuchung → Rangfolgeliste → Einstellungszusage → Einberufung → Einstellungstag → Studium → Vereidigung → Bachelorabschluss → Graduierung und Ernennung zum Polizeikommissar

Von der ersten Bewerbung bis zum Abschluss ist es also ein längerer Weg. Die größte Hürde wartet allerdings bereits relativ früh: das Eignungsauswahlverfahren. Wenn du dich rechtzeitig mit den Testbereichen, dem Sporttest und dem persönlichen Gespräch beschäftigst, gehst du deutlich besser vorbereitet in diesen entscheidenden Teil deiner Polizeibewerbung.

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