Dienstgrade der Polizei
Welche Amtsbezeichnungen bzw. Dienstgrade gibt es bei der deutschen Polizei? Alle Abzeichen und Titel findest du in diesem Beitrag – für den mittleren, gehobenen und höheren Dienst.
Vorbereitungsdienst (Ausbildung)
Die Dienstbezeichnung eines Anwärters für den mittleren Polizeivollzugsdienst heißt Polizeimeisteranwärter (PMA) bzw. Polizeiobermeisteranwärter (in Brandenburg, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein). In Bayern erfolgt nach dem ersten Ausbildungsjahr die Beförderung vom PMA zum Polizeioberwachtmeister – in allen anderen Bundesländern und bei der Bundespolizei behält man die Dienstbezeichnung PMA bis zum Ende des Vorbereitungsdienstes. Nach bestandener Ausbildung wird ein Anwärter schließlich zum Polizeimeister ernannt.
Im gehobenen Polizeivollzugsdienst trägt ein Anwärter die Dienstbezeichnung Polizeikommissaranwärter (PKA) bzw. Polizeioberkommissaranwärter (POKA; in Baden-Württemberg). In Bayern erfolgt in der dritten Qualifikationsebene des gehobenen Dienstes die Ernennung zum Polizeioberwachtmeister.
Für Anwärter des höheren Polizeivollzugsdienstes werden die Dienstbezeichnungen Polizeireferendar (PRef) oder Polizeiratanwärter (PRA) verwendet.
Schutzpolizei
Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes (Mittlerer Dienst)
Polizeimeister (PM) / Polizeiobermeister (POM)
Die erste Amtsbezeichnung der Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes ist das Amt des Polizeimeisters (PM). Nur in Baden-Württemberg und Brandenburg wurde die Bezeichnung abgeschafft – dort wird man nach bestandener Prüfung direkt als Polizeiobermeister (POM) eingestellt. Typischerweise werden Polizeimeister in der Sachbearbeitung, in geschlossenen Einheiten (z. B. Einsatzhundertschaft) oder bei der Bereitschaftspolizei eingesetzt.
Polizeihauptmeister (PHM / PHMZ)
Polizeihauptmeister (PHM) übernehmen verantwortungsvolle und anspruchsvolle Aufgaben. Sie sind zum Beispiel Gruppenführer oder Einsatzleiter kleinerer Einsätze. Ein Polizeihauptmeister kann zusätzlich eine Amtszulage (AZ) erhalten, dann lautet die Amtsbezeichnung PHMZ.
Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes (Gehobener Dienst)
Polizeikommissar (PK)
Die erste Amtsbezeichnung der Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes ist das Amt des Polizeikommissars (PK). Je nach Bundesland sind Polizeikommissare zum Beispiel Gruppenleiter in Ermittlungsdienststellen, Wachleiter oder erste Streifenführer.
Um Polizeikommissar zu werden, musst du ein dreijähriges Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung absolvieren. Dabei erhältst du auch den akademischen Grad „Diplom-Verwaltungswirt“ oder „Diplom-Verwaltungswirt Polizei“.
Polizeioberkommissar (POK)
Polizeioberkommissare (POK) übernehmen zum Teil Führungsaufgaben, sind aber auch als Sachbearbeiter tätig. Um als Polizeioberkommissar zu arbeiten, musst du grundsätzlich ein Studium an einer Fachhochschule erfolgreich abschließen und den akademischen Grad Diplom-Verwaltungswirt oder einen vergleichbaren Bachelor of Arts nachweisen.
Polizeihauptkommissar (PHK)
Polizeihauptkommissare (PHK) sind überwiegend Führungskräfte. Sie arbeiten beispielsweise als Dienstgruppenleitung, Streifenführung oder Ausbildungspersonal.
Erster Polizeihauptkommissar (EPHK)
Der Hauptunterschied zum normalen Polizeihauptkommissar liegt in der Besoldungsgruppe und der Führungsverantwortung. Der erste Polizeihauptkommissar (EPHK) ist in der Regel das höchste Amt im gehobenen Dienst.
Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes (Höherer Dienst)
Polizeirat (PR)
Die erste Amtsbezeichnung der Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes ist das Amt des Polizeirates (PR). Es ist der Berufseinstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst, zum Beispiel nach dem Masterstudium. Der Polizeirat kann als Leitung einer kleineren Dienststelle, einer Polizeieinheit oder einer polizeilichen Einrichtung sein. Außerdem kann der Polizeirat als Pressesprecher für die gesamte Polizei einer Großstadt fungieren oder als Ausbilder ein einer Polizeihochschule arbeiten.
Polizeioberrat (POR)
Der Polizeioberrat (POR) ist ein erfahrener Beamter im höheren Dienst. Neben den Tätigkeiten des Polizeirates kann ein Polizeioberrat zusätzlich die Tätigkeit als Referent übernehmen.
Polizeidirektor (PD)
Im Vergleich zum Polizeioberrat hat der Polizeidirektor (PD) eine höhere Zuständigkeit und eine größere Verantwortung. Zudem kann er die Zuständigkeit für mehrere Dienststellen gleichzeitig haben oder polizeiliche Einheiten bei Großveranstaltungen koordinieren.
Leitender Polizeidirektor (LPD)
Der leitende Polizeidirektor (LPD) übernimmt Führungspositionen in Innenministerien der Bundesländer. Außerdem kann er die leitende Position für mehrere Dienststellen in einem Stadtteil, eines Fachbereiches in einer Großstadt, einer Polizeihochschule oder einer Polizeidirektion sein.
Kriminalpolizei
Die Polizeibeamten der Kriminalpolizei tragen üblicherweise keine Uniformen, sondern Zivilkleidung. Die Amtsbezeichnungen ähneln dennoch denen der Schutzpolizei.
Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes (Mittlerer Dienst)
Den mittleren Dienst gibt es bei der Kriminalpolizei nicht mehr – weder bei den Landespolizeien noch beim Bundeskriminalamt.
Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes (Gehobener Dienst)
- Kriminalkommissar (KK)
- Kriminaloberkommissar (KOK)
- Kriminalhauptkommissar (KHK)
- Erster Kriminalhauptkommissar (EKHK)
Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes (Höherer Dienst)
- Kriminalrat (KR)
- Kriminaloberrat (KOR)
- Kriminaldirektor (KD)
- Leitender Kriminaldirektor (LKD)
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