Spezialkräfte der Bundespolizei: Welche Abkürzungen solltest du kennen?
Welche Spezialkräfte gibt es bei der Bundespolizei? Erfahre, welche Aufgaben GSG 9, PSA, BSL und EEU übernehmen und in welchen besonderen Einsatzlagen sie zum Einsatz kommen.
GSG 9 BPOL, PSA BPOL oder EEU BPOL – wer sich für die Bundespolizei interessiert, begegnet schnell einer ganzen Reihe von Abkürzungen. Dahinter stecken hoch spezialisierte Einheiten mit völlig unterschiedlichen Aufgaben: Terrorismusbekämpfung, Personenschutz im Ausland, Flugsicherheit, technische Ermittlungsunterstützung oder Entschärfung gefährlicher Gegenstände.
Ein großer Teil dieser Spezialkräfte ist organisatorisch in der Bundespolizeidirektion 11 – kurz BPOLD 11 – zusammengefasst. Dort werden besondere Fähigkeiten zentral geführt und für Einsätze im In- und Ausland koordiniert. Die Bundespolizei nennt aktuell sechs Spezialbereiche innerhalb der BPOLD 11: GSG 9, Flugdienst, Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland, Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr, Einsatz- und Ermittlungsunterstützung sowie den Entschärfungsdienst.
Inhalte:
- Welche Spezialkräfte gibt es bei der Bundespolizei?
- GSG 9 BPOL – GSG 9 der Bundespolizei
- BPOLFLG – Bundespolizei-Fliegergruppe
- Was ist der Unterschied zwischen BPOLFLG und BPOLFLD?i?
- Was macht PSA BPOL konkret?
- BSL BPOL – Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr
- Was macht ein Flugsicherheitsbegleiter?
- EEU BPOL – Einsatz- und Ermittlungsunterstützung
- Ist EEU dasselbe wie eine Observationseinheit?
- ENTSCHD BPOL – Entschärfungsdienst der Bundespolizei
- Was ist die Bundespolizeidirektion 11?
- Gehört die BFE+ ebenfalls zur BPOLD 11?
- Sind alle diese Bereiche echte Spezialeinheiten?
- Wie kommt man zu den Spezialkräften der Bundespolizei?
- Welche Spezialkraft passt zu welchen Interessen?
Welche Spezialkräfte gibt es bei der Bundespolizei?
Für Bewerber sind insbesondere diese Abkürzungen interessant:
- GSG 9 BPOL – GSG 9 der Bundespolizei
- BPOLFLG – Bundespolizei-Fliegergruppe
- BPOLFLD – Bundespolizei-Flugdienst
- PSA BPOL – Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei
- BSL BPOL – Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr der Bundespolizei
- EEU BPOL – Einsatz- und Ermittlungsunterstützung der Bundespolizei
- ENTSCHD BPOL – Entschärfungsdienst der Bundespolizei
Diese Bezeichnungen sind auch im offiziellen Abkürzungsverzeichnis der Bundespolizei aufgeführt. Dabei ist wichtig: BPOLFLD bezeichnet den Flugdienst insgesamt, während BPOLFLG die Bundespolizei-Fliegergruppe als konkrete Dienststelle bezeichnet.
GSG 9 BPOL – GSG 9 der Bundespolizei
Die bekannteste Spezialeinheit ist die GSG 9 der Bundespolizei.
Sie wurde 1972 nach dem terroristischen Anschlag auf die Olympischen Spiele in München gegründet und ist heute die polizeiliche Spezialeinheit des Bundes für besonders gefährliche Einsatzlagen. Ihr Schwerpunkt liegt insbesondere auf schwerer Gewaltkriminalität und internationalem Terrorismus.
Die Einsatzkräfte verfügen über besondere taktische Fähigkeiten und können sowohl in Deutschland als auch im Ausland eingesetzt werden. Zu den speziellen Fähigkeiten zählen nach Angaben der Bundespolizei unter anderem Tauchen, Fallschirmspringen und eine besonders schnelle Verlegefähigkeit.
Typische Einsatzlagen können beispielsweise besonders gefährliche Festnahmen, Geisellagen oder terroristische Bedrohungen sein.
Für Bewerber wichtig: Zur GSG 9 gelangst du nicht direkt nach der Schule. Du musst zunächst eine entsprechende Laufbahn bei der Bundespolizei einschlagen und später ein besonderes Auswahl- und Ausbildungsprogramm erfolgreich durchlaufen.
BPOLFLG – Bundespolizei-Fliegergruppe
Die Abkürzung BPOLFLG steht für die Bundespolizei-Fliegergruppe.
Sie ist Teil des Bundespolizei-Flugdienstes und organisatorisch in Sankt Augustin angesiedelt. Neben der Fliegergruppe gehören mehrere Bundespolizei-Fliegerstaffeln und die Luftfahrerschule für den Polizeidienst zum Flugdienst. Der Flugdienst unterstützt sowohl Dienststellen der Bundespolizei als auch andere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben.
Polizeihubschrauber können beispielsweise eingesetzt werden für:
- Fahndungen,
- Vermisstensuchen,
- Überwachung aus der Luft,
- Transport von Einsatzkräften,
- Katastrophen- und Unglückslagen,
- Unterstützung bei Großveranstaltungen,
- besondere Polizeieinsätze.
Die Bundespolizei verfügte zuletzt über eine umfangreiche Hubschrauberflotte und zählt ihren Flugdienst zu den größten polizeilichen Flugdiensten weltweit.
Was ist der Unterschied zwischen BPOLFLG und BPOLFLD?i?
Diese beiden Abkürzungen werden leicht verwechselt.
BPOLFLD bedeutet Bundespolizei-Flugdienst. Dabei handelt es sich um den Oberbegriff für den gesamten fliegerischen Bereich.
BPOLFLG bedeutet dagegen Bundespolizei-Fliegergruppe. Sie ist eine konkrete Dienststelle innerhalb dieses Flugdienstes.
Daneben gibt es die Bundespolizei-Fliegerstaffeln, abgekürzt BPOLFLS, an verschiedenen Standorten. Das offizielle Abkürzungsverzeichnis führt diese Struktur ausdrücklich getrennt auf.
PSA BPOL – Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland
PSA BPOL steht für Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland der Bundespolizei.
Dieser Spezialbereich übernimmt Schutzaufgaben an deutschen Auslandsvertretungen, insbesondere in Regionen mit erhöhter Sicherheitsgefährdung.
Die Arbeit basiert nach Angaben der Bundespolizei auf drei wesentlichen Bereichen:
- Personenschutz für Angehörige deutscher Botschaften in besonders gefährdeten Regionen,
- Schutz deutscher Auslandsvertretungen,
- Sicherheitsberatung.
Die Bundespolizei ist an zahlreichen deutschen Auslandsvertretungen weltweit tätig. Gerade in Krisenregionen können die Anforderungen an Schutzkräfte besonders hoch sein.
PSA BPOL ist deshalb besonders interessant für Polizeibeamte, die eine operative Tätigkeit mit einem starken internationalen Bezug verbinden möchten.
Was macht PSA BPOL konkret?
Stell dir beispielsweise eine deutsche Botschaft in einer Region mit einer angespannten Sicherheitslage vor. Diplomaten müssen Termine außerhalb der Botschaft wahrnehmen, Fahrzeuge bewegen sich durch möglicherweise gefährliche Gebiete und die Auslandsvertretung selbst muss gegen mögliche Angriffe geschützt werden. Hier können Spezialkräfte von PSA BPOL eingesetzt werden.
Die Tätigkeit umfasst deshalb nicht nur unmittelbaren Personenschutz. Lagebewertung, Vorbereitung von Fahrten, Schutzkonzepte und Sicherheitsberatung spielen ebenfalls eine große Rolle. Damit unterscheidet sich diese Verwendung deutlich vom normalen Streifen- oder Grenzpolizeidienst.
BSL BPOL – Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr
Die Abkürzung BSL BPOL steht für:
Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr der Bundespolizei
Dieser Bereich übernimmt eine Aufgabe, die Passagiere normalerweise überhaupt nicht bemerken sollen.
Speziell ausgebildete Bundespolizisten können als Flugsicherheitsbegleiter an Bord deutscher Flugzeuge eingesetzt werden.
Sie treten dabei grundsätzlich nicht wie normale uniformierte Polizeibeamte auf. Ihre Aufgabe besteht darin, die Sicherheit an Bord aufrechtzuerhalten beziehungsweise wiederherzustellen und insbesondere zu verhindern, dass ein Flugzeug für einen terroristischen Angriff missbraucht wird.
International werden vergleichbare Kräfte häufig als Air Marshals bezeichnet. Auch die Bundespolizei verwendet diesen Begriff im Zusammenhang mit der Flugsicherheitsbegleitung.
Was macht ein Flugsicherheitsbegleiter?
Flugsicherheitsbegleiter reisen verdeckt auf bestimmten Flügen mit. Für andere Passagiere soll normalerweise nicht erkennbar sein, wer an Bord diese Funktion übernimmt. Die Beamten müssen deshalb besonders unauffällig arbeiten und gleichzeitig ihre Umgebung ständig aufmerksam beobachten. Kommt es zu einer schweren Gefahr an Bord, müssen sie schnell reagieren können.
Dafür benötigen sie unter anderem:
- hohe Aufmerksamkeit,
- sehr gute Selbstkontrolle,
- taktisches Verständnis,
- körperliche Belastbarkeit,
- sichere Entscheidungsfähigkeit,
- besondere Einsatz- und Schießfertigkeiten.
Die Arbeit unterscheidet sich damit erheblich vom klassischen Polizeidienst an einem Flughafen.
EEU BPOL – Einsatz- und Ermittlungsunterstützung
EEU BPOL bedeutet:
Einsatz- und Ermittlungsunterstützung der Bundespolizei
Dieser Bereich ist besonders interessant, weil hier moderne Technik und operative Polizeiarbeit aufeinandertreffen. Die Spezialkräfte unterstützen Ermittlungen und Einsätze, wenn besondere technische oder digitale Fähigkeiten erforderlich sind.
Nach Angaben der Bundespolizei bündeln sie insbesondere operativ-technische und digitalforensische Kompetenzen.
Dazu kann beispielsweise gehören:
- verdeckte technische Überwachung,
- Überwachung von Objekten,
- Beobachtung von Personen und Fahrzeugen,
- Einsatz spezieller technischer Geräte,
- Auswertung von Datenträgern,
- digitale Forensik,
- technische Unterstützung anderer Einsatzkräfte.
Die gewonnenen Informationen können anschließend wichtige Grundlagen für weitere Ermittlungs- oder Zugriffsmaßnahmen liefern.
Ist EEU dasselbe wie eine Observationseinheit?
Nein. EEU umfasst deutlich mehr als klassische Observation. Verdeckte Beobachtung kann Teil der Arbeit sein, allerdings liegt ein besonderer Schwerpunkt auf technischer und digitaler Unterstützung.
Daneben gibt es bei der Bundespolizei beispielsweise Mobile Fahndungseinheiten – MFE. Deren Schwerpunkt liegt unter anderem auf Observation, verdeckter Aufklärung und Fahndung gegen schwere und organisierte Kriminalität.
MFE und EEU solltest du deshalb nicht miteinander gleichsetzen.
ENTSCHD BPOL – Entschärfungsdienst der Bundespolizei
Der Entschärfungsdienst wird von der Bundespolizei aktuell ebenfalls ausdrücklich als Spezialkraft der Bundespolizeidirektion 11 aufgeführt. Seine Spezialisten werden benötigt, wenn von verdächtigen oder gefährlichen Gegenständen besondere Gefahren ausgehen. Dazu können beispielsweise unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtungen sowie andere gefährliche Gegenstände gehören. Entschärfer benötigen deshalb umfangreiche technische Kenntnisse, besondere Schutzausrüstung und eine intensive Spezialausbildung.
Was ist die Bundespolizeidirektion 11?
Die Bundespolizeidirektion 11 – BPOLD 11 – wurde geschaffen, um die Spezialkräfte der Bundespolizei organisatorisch unter einer gemeinsamen Führung zusammenzufassen.
Ihr Sitz befindet sich in Berlin. Die ihr zugeordneten Kräfte sind jedoch an zahlreichen Standorten im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die aktuelle Struktur umfasst:
BPOLD 11
→ GSG 9 der Bundespolizei
→ Bundespolizei-Flugdienst
→ Polizeiliche Schutzaufgaben Ausland
→ Besondere Schutzaufgaben Luftverkehr
→ Einsatz- und Ermittlungsunterstützung
→ Entschärfungsdienst
Die Bundespolizei beschreibt die BPOLD 11 als zentrale Struktur für die Bekämpfung von Terrorismus, Extremismus und organisierter Kriminalität sowie für die Bewältigung besonderer Krisenlagen im In- und Ausland.
Gehört die BFE+ ebenfalls zur BPOLD 11?
Nein. Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Die BFE+ – Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit Plus – gehört organisatorisch zur Bundesbereitschaftspolizei und nicht zur Bundespolizeidirektion 11.
Sie verfügt zwar ebenfalls über besondere Fähigkeiten für Hochrisikolagen und kann beispielsweise die GSG 9 unterstützen, bleibt aber Bestandteil der Beweissicherungs- und Festnahmestrukturen der Bundesbereitschaftspolizei.
Damit gibt es bei der Bundespolizei neben den Spezialkräften der BPOLD 11 weitere besonders qualifizierte Einheiten.
Sind alle diese Bereiche echte Spezialeinheiten?
Hier lohnt sich eine genaue Formulierung.
Die Bundespolizei bezeichnet die der BPOLD 11 zugeordneten Bereiche offiziell als Spezialkräfte. Die GSG 9 wiederum ist ausdrücklich die polizeiliche Spezialeinheit des Bundes.
Die Begriffe sind also nicht vollkommen gleichbedeutend.
Ein Entschärfer hat beispielsweise völlig andere Aufgaben als ein GSG-9-Beamter. Ein Pilot des Bundespolizei-Flugdienstes benötigt wiederum andere Fähigkeiten als ein Flugsicherheitsbegleiter. Gemeinsam ist diesen Bereichen, dass sie hoch spezialisiert sind und bei besonderen Einsatzlagen Fähigkeiten bereitstellen, die im normalen Polizeidienst nicht in dieser Form vorhanden sind.
Wie kommt man zu den Spezialkräften der Bundespolizei?
Der genaue Karriereweg hängt davon ab, welche Spezialverwendung dich interessiert. Grundsätzlich beginnt dein Weg zunächst mit einer Laufbahn bei der Bundespolizei. Dazu kommen beispielsweise die Ausbildung im mittleren Polizeivollzugsdienst oder das Studium für den gehobenen Polizeivollzugsdienst infrage. Anschließend sammelst du Berufserfahrung und kannst dich – abhängig von der jeweiligen Verwendung – für besondere Aufgaben qualifizieren.
Der Weg könnte beispielsweise so aussehen:
Bewerbung Bundespolizei → Ausbildung oder Studium → Polizeivollzugsdienst → Berufserfahrung → internes Auswahlverfahren → Spezialausbildung → Spezialverwendung
Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich erheblich. Für einen Hubschrauberpiloten gelten selbstverständlich andere Anforderungen als für GSG 9, Personenschutz oder Entschärfungsdienst.
Welche Spezialkraft passt zu welchen Interessen?
Die Unterschiede sind erheblich.
Wenn dich besonders gefährliche taktische Einsatzlagen interessieren, ist die GSG 9 der bekannteste Bereich.
Wenn dich Fliegerei und Polizeieinsätze aus der Luft interessieren, ist der Bundespolizei-Flugdienst interessant.
Wenn du internationale Einsätze und Personenschutz spannend findest, könnte PSA BPOL eine langfristige Perspektive sein.
Wenn dich verdeckte Sicherheitsarbeit an Bord von Flugzeugen interessiert, gehört BSL BPOL zu den ungewöhnlichsten Tätigkeiten.
Wenn deine Stärke bei Technik, digitaler Forensik und verdeckter technischer Unterstützung liegt, ist EEU BPOL besonders interessant.
Und wenn du dich für Sprengtechnik und die sichere Beseitigung gefährlicher Gegenstände interessierst, bietet der Entschärfungsdienst ein völlig anderes Spezialgebiet.
Damit zeigt sich besonders deutlich: „Spezialkraft bei der Bundespolizei“ ist kein einzelner Beruf, sondern umfasst sehr unterschiedliche Karrierewege.
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