Bewerbung Bundespolizei: Voraussetzungen & Auswahlverfahren
Polizei-ABC
Du möchtest dich bei der Bundespolizei bewerben und fragst dich, wie das Bewerbungsverfahren genau abläuft? Von den Voraussetzungen über die Online-Bewerbung bis hin zum Auswahlverfahren gibt es einige Punkte, die du kennen solltest. Je besser du vorbereitet bist, desto sicherer kannst du die einzelnen Schritte angehen. In diesem Artikel erfährst du, welche Unterlagen du brauchst, welche Fristen wichtig sind und was dich nach der Bewerbung erwartet. Außerdem zeigen wir dir, worauf es bei Einstellungstest, Sporttest, Vorstellungsgespräch und ärztlicher Untersuchung ankommt.
Inhalte:
- Bewerbung bei der Bundespolizei: Voraussetzungen, Ablauf und Auswahlverfahren
- Bewerbung bei der Bundespolizei
- Wie bewirbst du dich bei der Bundespolizei?
- Wann kannst du dich bei der Bundespolizei bewerben?
- Welche Voraussetzungen gelten für die Bundespolizei?
- Bewerbung für den mittleren Polizeivollzugsdienst
- Bewerbung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst
- Kannst du dich gleichzeitig für mittleren und gehobenen Dienst bewerben?
- Welche Unterlagen brauchst du für die Bundespolizei-Bewerbung?
- Brauchst du ein Anschreiben für die Bundespolizei?
- Was passiert nach der Bewerbung?
- Auswahlverfahren nach der Bundespolizei-Bewerbung
- Schriftlicher Test im mittleren Dienst
- Schriftlicher Test im gehobenen Dienst
- Sporttest bei der Bundespolizei
- Vorstellungsgespräch im mittleren Dienst
- Assessment-Center im gehobenen Dienst
- Polizeiärztliche Untersuchung
- Wo findet das Auswahlverfahren statt?
- Was passiert nach bestandenem Auswahlverfahren?
- Kannst du dich erneut bei der Bundespolizei bewerben?
- So bereitest du dich optimal auf die Bewerbung bei der Bundespolizei vor
Bewerbung bei der Bundespolizei: Voraussetzungen, Ablauf und Auswahlverfahren
Mit deiner Bewerbung bei der Bundespolizei bewirbst du dich nicht nur um einen Ausbildungs- oder Studienplatz, sondern gleichzeitig für ein anspruchsvolles Auswahlverfahren. Für den mittleren Polizeivollzugsdienst kannst du eine zweieinhalbjährige Ausbildung absolvieren, für den gehobenen Dienst ein dreijähriges Studium. Bevor du starten kannst, prüft die Bundespolizei deine formalen Voraussetzungen und lädt geeignete Bewerberinnen und Bewerber zum Auswahlverfahren ein. Je nach Laufbahn erwarten dich schriftliche Prüfungen, Sporttest, Vorstellungsgespräch beziehungsweise Assessment-Center und die polizeiärztliche Untersuchung. Die Bewerbung selbst läuft weitgehend digital und kann grundsätzlich ganzjährig eingereicht werden. Entscheidend ist jedoch, dass du die Bewerbungsfrist für deinen gewünschten Einstellungstermin einhältst.
Bewerbung bei der Bundespolizei
- Bewerbung: überwiegend über ein Online-Bewerbungsportal der jeweiligen Polizei
- Mögliche Unterlagen: Bewerbungsformular, Lebenslauf, Schulzeugnisse, Ausweisdokumente und behördenspezifische Nachweise
- Voraussetzungen: unter anderem geeigneter Bildungsabschluss, gesundheitliche und charakterliche Eignung sowie weitere Anforderungen der jeweiligen Polizei
- Auswahlverfahren: häufig schriftlicher oder computergestützter Test, Sportprüfung, mündliche Auswahl und polizeiärztliche Untersuchung
- Mögliche Testthemen: Deutsch, Mathematik, Logik, Konzentration, Merkfähigkeit, räumliches Denken und weitere kognitive Fähigkeiten
- Mündliche Auswahl: beispielsweise Interview, Gruppengespräch, Kurzvortrag oder andere Assessment-Center-Aufgaben
- Dauer: je nach Polizei und Auswahlverfahren von einzelnen Testtagen bis zu einem mehrtägigen Verfahren
- Vorbereitung: frühzeitig Voraussetzungen prüfen, Testbereiche trainieren, Sport vorbereiten und Wissen über die jeweilige Polizei aufbauen
- Besonderheit: Es gibt kein bundesweit einheitliches Bewerbungs- und Auswahlverfahren für alle Polizeibehörden
Wie bewirbst du dich bei der Bundespolizei?
Die Bewerbung bei der Bundespolizei erfolgt online. Zunächst prüfst du, ob du die allgemeinen und laufbahnspezifischen Einstellungsvoraussetzungen erfüllst. Anschließend füllst du das Online-Bewerbungsformular aus und übermittelst deine persönlichen Angaben. Danach erhältst du Informationen dazu, welche Zeugnisse, Formulare und sonstigen Nachweise du noch einreichen musst. Deine Unterlagen können digital hochgeladen werden; die Bundespolizei ermöglicht teilweise auch eine postalische Übermittlung. Erst wenn die erforderlichen Unterlagen vorliegen und geprüft wurden, kann das weitere Bewerbungsverfahren folgen.
Die Bundespolizei hat ihren Bewerbungsprozess inzwischen weiter digitalisiert. Für Bewerbungen im mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst kann ein Bewerber-Account eingerichtet werden, über den sich Dokumente hochladen und einzelne Schritte der Bewerbung nachvollziehen lassen. Achte darauf, alle Angaben vollständig und korrekt einzutragen. Kontrolliere außerdem regelmäßig dein E-Mail-Postfach, weil die Bundespolizei überwiegend auf diesem Weg Kontakt zu Bewerberinnen und Bewerbern aufnimmt.
Wann kannst du dich bei der Bundespolizei bewerben?
Bei der Bundespolizei kannst du dich grundsätzlich das ganze Jahr über bewerben. Für die beiden regulären Einstellungstermine gelten jedoch feste Stichtage. Möchtest du im März beginnen, muss deine Bewerbung nach den derzeit veröffentlichten Vorgaben grundsätzlich spätestens am 31. August des Vorjahres vorliegen. Für einen Einstieg im September gilt grundsätzlich der 31. Januar desselben Jahres als Bewerbungsfrist. Es lohnt sich trotzdem, die Bewerbung deutlich früher einzureichen.
Die Bundespolizei weist bei einzelnen regionalen Einstellungsangeboten darauf hin, dass eine frühe Bewerbung Vorteile haben kann. Außerdem bleibt dir bei einer rechtzeitigen Bewerbung mehr Zeit, fehlende Unterlagen nachzureichen und dich systematisch auf das Auswahlverfahren vorzubereiten. Prüfe vor deiner Bewerbung trotzdem immer den aktuell ausgeschriebenen Einstellungstermin. Fristen und besondere Einstellungsprogramme können sich ändern.
Welche Voraussetzungen gelten für die Bundespolizei?
Für eine Einstellung in den Polizeivollzugsdienst musst du zunächst verschiedene allgemeine Voraussetzungen erfüllen. Du benötigst grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines EU- beziehungsweise EWR-Staates oder der Schweiz. Außerdem musst du gesundheitlich für die besonderen körperlichen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes geeignet sein. Die Bundespolizei verlangt einen Nachweis der Schwimmfähigkeit und nennt aktuell das Deutsche Schwimmabzeichen in Bronze. Du darfst außerdem grundsätzlich nicht vorbestraft sein und solltest in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen leben.
Auch deine schulischen Leistungen spielen eine Rolle. Nach den aktuell veröffentlichten Voraussetzungen verlangt die Bundespolizei im Fach Sport mindestens die Note „befriedigend“. In Deutsch und Englisch wird jeweils mindestens die Note „ausreichend“ vorausgesetzt. Darüber hinaus können Tätowierungen, Körperschmuck oder bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen individuell geprüft werden. Welche zusätzlichen Anforderungen gelten, hängt anschließend davon ab, ob du dich für den mittleren oder gehobenen Polizeivollzugsdienst bewirbst.
Bewerbung für den mittleren Polizeivollzugsdienst
Der mittlere Polizeivollzugsdienst ist der klassische Einstieg über eine Ausbildung. Die Ausbildung bei der Bundespolizei dauert zweieinhalb Jahre. Für eine Bewerbung benötigst du grundsätzlich einen Realschulabschluss beziehungsweise einen gleichwertigen mittleren Bildungsabschluss. Alternativ kann ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer mindestens zweijährigen anerkannten Berufsausbildung den Zugang ermöglichen. Die Bundespolizei nennt außerdem laufbahnspezifische Altersgrenzen.
Nach den derzeit veröffentlichten Voraussetzungen solltest du für den mittleren Dienst grundsätzlich zwischen 16 und 27 Jahre alt sein. Ausnahmen sind möglich, beispielsweise wenn du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre Berufserfahrung gesammelt hast. Auch der Führerschein Klasse B wird grundsätzlich erwartet, wobei Ausnahmen möglich sein können. Entscheidend sind immer die Voraussetzungen, die für deinen konkreten Einstellungstermin veröffentlicht sind.
Bewerbung für den gehobenen Polizeivollzugsdienst
Wenn du dich für den gehobenen Polizeivollzugsdienst bewirbst, absolvierst du bei erfolgreicher Einstellung ein dreijähriges Studium. Dafür benötigst du grundsätzlich Abitur oder Fachabitur beziehungsweise eine entsprechende Hochschulzugangsberechtigung. Im Vergleich zum mittleren Dienst sind auch die Anforderungen im Auswahlverfahren umfangreicher. Insbesondere der schriftliche und der mündliche Prüfungsteil unterscheiden sich deutlich.
Für den gehobenen Dienst nennt die Bundespolizei derzeit grundsätzlich ein Höchstalter von 33 Jahren. Auch hier gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen, beispielsweise bei abgeschlossener Berufsausbildung und entsprechender Berufserfahrung. Der Führerschein Klasse B gehört ebenfalls zu den genannten Voraussetzungen. Wenn du die schulischen Voraussetzungen für beide Laufbahnen erfüllst, kannst du dich gleichzeitig für den mittleren und den gehobenen Polizeivollzugsdienst bewerben.
Kannst du dich gleichzeitig für mittleren und gehobenen Dienst bewerben?
Ja. Die Bundespolizei ermöglicht eine gleichzeitige Bewerbung für den mittleren und gehobenen Polizeivollzugsdienst. Diese Möglichkeit kannst du im Bewerbungsportal auswählen. Du musst dann nicht automatisch zwei vollständig voneinander getrennte Auswahlverfahren absolvieren.
Zunächst nimmst du am Auswahlverfahren für den gehobenen Dienst teil. Erreichst du dort im schriftlichen Teil bestimmte Mindestleistungen nicht, kann dir unter den vorgesehenen Voraussetzungen die Teilnahme am Auswahlverfahren für den mittleren Dienst ermöglicht werden. Erreichst du die Anforderungen des gehobenen Auswahlverfahrens, aber dein Gesamtergebnis reicht später nicht für einen Studienplatz aus, kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Berücksichtigung für den mittleren Dienst möglich sein. Eine festgestellte Polizeidienstuntauglichkeit gilt dagegen für beide Laufbahnen.
Welche Unterlagen brauchst du für die Bundespolizei-Bewerbung?
Welche Bewerbungsunterlagen du genau einreichen musst, wird dir im Bewerbungsprozess mitgeteilt. In jedem Fall benötigt die Bundespolizei dein aktuelles beziehungsweise letztes Schulzeugnis. Je nach persönlichem Werdegang können außerdem Abschlusszeugnisse vorheriger Schulen oder einer Berufsschule verlangt werden. Hinzu kommen der Lebenslauf und verschiedene Erklärungen beziehungsweise Nachweise. Auch ein Schwimmnachweis gehört zu den wichtigen Unterlagen für den Polizeivollzugsdienst.
Besondere Dokumente können erforderlich sein, wenn beispielsweise frühere Ermittlungsverfahren, relevante Erkrankungen, medizinische Behandlungen oder Tätowierungen vorliegen. Minderjährige Bewerber benötigen zudem eine entsprechende Einverständniserklärung. Fehlen zum Bewerbungszeitpunkt noch einzelne Nachweise, bedeutet das nicht immer, dass du mit der Bewerbung warten musst. Nach Angaben der Bundespolizei können beispielsweise Abschlusszeugnis, Führerschein oder bestimmte ärztliche Unterlagen teilweise später nachgereicht werden.
Brauchst du ein Anschreiben für die Bundespolizei?
Für die reguläre Bewerbung im Polizeivollzugsdienst ist kein klassisches Anschreiben erforderlich. Die Bundespolizei weist ausdrücklich darauf hin, dass du deinen Bewerbungsunterlagen kein Anschreiben beilegen musst. Auch eine klassische Bewerbungsmappe ist nicht notwendig. Die benötigten Informationen werden über das Bewerbungsformular und die zusätzlich geforderten Unterlagen erfasst.
Eine Besonderheit betrifft den Lebenslauf. Die Bundespolizei verlangt für diese Bewerbung nach ihren aktuellen FAQ keinen klassischen tabellarischen Lebenslauf, sondern einen Lebenslauf in Textform. Halte dich deshalb genau an die Vorgaben, die du nach deiner Online-Bewerbung erhältst. Auch wenn kein Anschreiben verlangt wird, solltest du deine Motivation bereits vor der Bewerbung gründlich reflektieren. Spätestens im mündlichen Auswahlverfahren wirst du erklären müssen, warum du zur Bundespolizei möchtest.
Was passiert nach der Bewerbung?
Nach Eingang deiner Bewerbung prüft die Bundespolizei zunächst deine Angaben und Unterlagen. Erfüllst du die Voraussetzungen und wirst für das weitere Verfahren berücksichtigt, erhältst du eine Einladung zum Auswahlverfahren. Nach Angaben der Bundespolizei erhalten Bewerberinnen und Bewerber in der Regel innerhalb von etwa vier bis acht Wochen eine Rückmeldung. Einen verbindlichen Termin für eine endgültige Zu- oder Absage gibt es jedoch nicht.
Kontrolliere deshalb regelmäßig dein E-Mail-Postfach und auch deinen Spam-Ordner. Bist du längere Zeit im Ausland, solltest du trotzdem telefonisch und per E-Mail erreichbar bleiben. Eine Einladung zum Auswahlverfahren kann sonst möglicherweise unbemerkt bleiben. Änderungen deiner Kontaktdaten solltest du der Bundespolizei ebenfalls rechtzeitig mitteilen.
Auswahlverfahren nach der Bundespolizei-Bewerbung
Erfüllst du die Voraussetzungen, wirst du zu einem mehrstufigen Auswahlverfahren eingeladen. Dieses besteht grundsätzlich aus einem schriftlichen Prüfungsteil, einem Sporttest, einer mündlichen Prüfung und der polizeiärztlichen Untersuchung. Die konkrete Ausgestaltung hängt von der Laufbahn ab. Das Auswahlverfahren kann bis zu mehrere Tage dauern.
Im mittleren Polizeivollzugsdienst steht im schriftlichen Teil insbesondere die deutsche Sprache im Mittelpunkt. Im gehobenen Dienst werden zusätzlich kognitive Fähigkeiten geprüft und ein Kurzaufsatz verlangt. Auch die mündliche Auswahl unterscheidet sich. Während dich im mittleren Dienst ein Vorstellungsgespräch erwartet, ist der mündliche Teil im gehobenen Dienst als umfangreicheres Assessment-Center aufgebaut.
Schriftlicher Test im mittleren Dienst
Im mittleren Polizeivollzugsdienst gehört aktuell ein Diktat zum schriftlichen Auswahlverfahren. Damit prüft die Bundespolizei deine Kenntnisse der deutschen Rechtschreibung und Grammatik. Der dienstliche Schriftverkehr gehört später zum Polizeialltag, beispielsweise wenn Berichte oder andere dienstliche Dokumente erstellt werden müssen.
Bei der Vorbereitung solltest du deshalb insbesondere Groß- und Kleinschreibung, Getrennt- und Zusammenschreibung, S-Laute und Zeichensetzung wiederholen. Trainiere außerdem regelmäßig vollständige Diktate. Einzelne Rechtschreibregeln zu kennen reicht nicht aus, wenn du sie unter Zeitdruck in einem zusammenhängenden Text nicht sicher anwenden kannst.
Schriftlicher Test im gehobenen Dienst
Für Bewerberinnen und Bewerber des gehobenen Dienstes ist der schriftliche Teil umfangreicher. Zum Auswahlverfahren gehören ein Intelligenztest und ein Kurzaufsatz. Der Intelligenztest prüft unter anderem verbale, numerische und figural-räumliche Fähigkeiten. Der Kurzaufsatz verlangt eine strukturierte und sprachlich überzeugende Auseinandersetzung mit einem vorgegebenen Thema.
Im Intelligenztest kommt zusätzlich Zeitdruck hinzu. Deshalb solltest du typische Aufgaben nicht nur richtig, sondern zunehmend schneller bearbeiten können. Für den Kurzaufsatz trainierst du am besten den Aufbau einer nachvollziehbaren Argumentation sowie Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung. Auch aktuelle gesellschaftliche und politische Themen können für deine Vorbereitung hilfreich sein.
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Sporttest bei der Bundespolizei
Der Sporttest der Bundespolizei prüft, ob du die notwendigen körperlichen Grundlagen für den Polizeivollzugsdienst mitbringst. Der Test besteht aktuell aus einem Koordinations-Test, einem 4-mal-10-Meter-Pendellauf und einem 12-Minuten-Lauf. Dabei werden unter anderem Koordination, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer bewertet.
Beginne frühzeitig mit der Vorbereitung. Besonders deine Ausdauer lässt sich nicht sinnvoll erst wenige Tage vor dem Auswahlverfahren aufbauen. Trainiere Laufleistung, kurze Sprints, Richtungswechsel sowie Koordinations- und Kraftübungen. Wenn möglich, solltest du den offiziellen Ablauf des Koordinationstests bereits vor dem Prüfungstag kennen.
Vorstellungsgespräch im mittleren Dienst
Für den mittleren Dienst gehört ein persönliches Vorstellungsgespräch zum Auswahlverfahren. Dabei möchte die Bundespolizei mehr über deine Persönlichkeit, deine Motivation und deine Vorstellungen vom Polizeiberuf erfahren. Außerdem solltest du die Aufgaben und Organisation der Bundespolizei kennen.
Bereite dich nicht nur auf typische Fragen zu deinen Stärken und Schwächen vor. Überlege dir insbesondere, warum du gerade zur Bundespolizei und nicht allgemein „zur Polizei“ möchtest. Beschäftige dich mit den Einsatzbereichen der Bundespolizei und verfolge aktuelle politische und gesellschaftliche Themen. Deine Antworten sollten persönlich und nachvollziehbar sein, statt auswendig gelernt zu wirken.
Assessment-Center im gehobenen Dienst
Im gehobenen Polizeivollzugsdienst ist die mündliche Prüfung umfangreicher. Das Assessment-Center umfasst derzeit Gruppendiskussion, Kurzvortrag und Interview. Dabei werden unter anderem Kommunikationsfähigkeit, Argumentationsvermögen, Auftreten und soziale Kompetenz sichtbar.
In der Gruppendiskussion solltest du deine Position klar vertreten können, ohne andere Teilnehmer zu übergehen. Beim Kurzvortrag kommt es auf einen strukturierten Aufbau und verständliches Sprechen an. Im Interview stehen wiederum Motivation, Persönlichkeit und deine Vorstellungen von Studium und Polizeiberuf im Mittelpunkt. Gute Vorbereitung bedeutet deshalb vor allem, strukturiertes Argumentieren und sicheres Auftreten zu trainieren.
Polizeiärztliche Untersuchung
Zum Auswahlverfahren gehört außerdem die polizeiärztliche Untersuchung. Sie soll feststellen, ob du den gesundheitlichen Anforderungen des Polizeivollzugsdienstes dauerhaft gewachsen bist. Dabei können unter anderem Seh- und Hörvermögen, Herz-Kreislauf-System, Bewegungsapparat und weitere gesundheitliche Faktoren untersucht werden.
Frühere Erkrankungen oder medizinische Behandlungen solltest du im Bewerbungsverfahren vollständig angeben. Bei bestimmten Vorerkrankungen können zusätzliche ärztliche Befundberichte verlangt werden. Eine Brille oder frühere Behandlung führt nicht automatisch zu einer Ablehnung. Die endgültige Beurteilung der Polizeidiensttauglichkeit erfolgt individuell durch die zuständige medizinische Stelle.
Wo findet das Auswahlverfahren statt?
Die Einstellungstests der Bundespolizei werden in Aus- und Fortbildungszentren der Bundespolizei oder bei der Bundespolizeiakademie in Lübeck durchgeführt. Wo du deinen Test absolvierst, erfährst du mit deiner Einladung. Abhängig von Wohnort, Bewerbungsaufkommen und organisatorischer Planung kann der Prüfungsstandort variieren.
Für notwendige Anreisen zum Auswahlverfahren erstattet die Bundespolizei nach ihren derzeitigen Angaben unter bestimmten Voraussetzungen Fahrtkosten. Je nach Verfügbarkeit kann außerdem eine kostenlose Unterkunft für den Testzeitraum angeboten werden. Die Verpflegung musst du grundsätzlich selbst bezahlen. Welche Regelungen für deinen Termin gelten, solltest du deiner Einladung entnehmen.
Was passiert nach bestandenem Auswahlverfahren?
Wenn du alle erforderlichen Prüfungsbereiche bestehst, steht nicht automatisch sofort deine Einstellung fest. Die Ergebnisse der Bewerberinnen und Bewerber werden ausgewertet und können in eine Rangfolge einfließen. Ob du letztlich einen Ausbildungs- beziehungsweise Studienplatz erhältst, hängt damit auch vom Bewerberfeld und der Zahl der verfügbaren Plätze ab.
Nach einer Einstellungszusage können weitere Unterlagen erforderlich sein. Beispielsweise müssen Zeugnisse nach den aktuellen Angaben der Bundespolizei erst zu diesem Zeitpunkt in beglaubigter Form vorgelegt werden. Achte deshalb weiterhin auf Nachrichten und Fristen. Erst nach Abschluss aller erforderlichen Schritte ist das Bewerbungsverfahren vollständig beendet.
Kannst du dich erneut bei der Bundespolizei bewerben?
Ja. Eine erneute Bewerbung bei der Bundespolizei ist grundsätzlich möglich. Nach den derzeitigen Informationen gibt es keine allgemeine Sperrfrist, und du kannst dich für ein neues Einstellungsjahr erneut bewerben. Allerdings beginnt das Bewerbungsverfahren bei einer neuen Bewerbung wieder von vorn.
Bei wiederholten Bewerbungen kann für die erneute Zulassung zum Auswahlverfahren ein strengerer Maßstab angelegt werden. Nutze die Zeit deshalb gezielt, um deine Leistungen zu verbessern. Wenn beispielsweise Deutsch, Sport oder das mündliche Auftreten beim ersten Versuch Schwierigkeiten bereitet haben, solltest du deine Vorbereitung genau dort verstärken.
So bereitest du dich optimal auf die Bewerbung bei der Bundespolizei vor
Prüfe zuerst, ob du die Einstellungsvoraussetzungen deiner gewünschten Laufbahn erfüllst. Danach solltest du die Bewerbungsfrist für deinen geplanten Starttermin notieren und alle erforderlichen Dokumente zusammentragen. Reiche die Bewerbung möglichst nicht erst am letzten Tag ein. Fehlende Abschlusszeugnisse, Führerschein oder bestimmte medizinische Unterlagen können teilweise nachgereicht werden, trotzdem sollte deine Bewerbung so vollständig wie möglich sein.
Beginne gleichzeitig mit der Vorbereitung auf das Auswahlverfahren. Für den mittleren Dienst solltest du vor allem Rechtschreibung und Grammatik trainieren, für den gehobenen Dienst zusätzlich verbale, numerische und figural-räumliche Aufgaben sowie das Schreiben eines Kurzaufsatzes. Trainiere außerdem regelmäßig für den Sporttest und beschäftige dich mit Aufgaben, Organisation und Einsatzbereichen der Bundespolizei. Für Vorstellungsgespräch und Assessment-Center solltest du deine Motivation nachvollziehbar erklären und aktuelle politische sowie gesellschaftliche Themen verfolgen.
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